Großer Greifvogel seit November immer wieder beobachtet

Einzigartiger Wintergast in  Hessen: Seeadler am Edersee auf Fischfang

Einer der größten Greifvögel Mitteleuropas: Der Seeadler erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 244 Zentimetern. Foto: Sauer/dpa

Edersee. Ein ausgewachsener Seeadler hat am Edersee die Wintermonate verbracht.

Der Giflitzer Ornithologe Wolfgang Lübcke spricht von einem bemerkenswerten Ereignis. „Es gab in ganz Hessen in 2017/18 keine weitere Überwinterung.“

Beobachtet wurde der große Greifvogel zwischen dem 23. November und dem 25. Februar in der Waldecker Bucht, im Fürstental, Greifenwarte Edersee und am Stausee von Affoldern. „Adulte Seeadler sind an ihrem weißen Schwanz – in der Fachsprache Stoß genannt – zu erkennen.“

Einzelbeobachtungen wurden am 26. November an der Twistetalsperre gemeldet und später in zwei anderen Orten in Hessen – am 13. Dezember im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und am 1. März in Darmstadt-Dieburg.

Meist Junge Seeadler im Ederseegebiet gesichtet

In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Seeadler im Ederseegebiet gesichtet, berichtet der Vogelkundler des NABU. Meistens handelte es sich um Jungtiere.

Die erfreulich steigende Zahl an Brutpaaren in ganz Deutschland hat die Wahrscheinlichkeit erhöht, auch in Waldeck-Frankenberg Seeadler beobachten zu können.

 „Der nächste mir bekannte Brutplatz liegt am Steinhuder Meer“, berichtet Lübcke. „Der Brutplatz dort ist eine Touristenattraktion. Er liegt nämlich in einem unzugänglichen Moor und kann von einem Wanderweg aus durch ein fest installiertes Fernrohr eingesehen werden.“

Chancen für Ansiedlung in der Region

Naturschützer beobachten die majestätischen Vogel mit besonderem Interesse. Fachleute schließen nicht aus, dass sich künftig ein Seeadlerpaar im Ederseegebiet ansiedeln könnte. Diese Auffassung vertrat nach Angaben Lübckes vor einiger Zeit Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Frankfurt in einem Vortrag in der Nationalparkverwaltung.

Lübcke bescheinigt: „Einen Seeadler zu sehen, ist aber noch immer eine Seltenheit, und der NABU erhält von Menschen, die das Glück hatten, begeisterte Mitteilungen.“

Die Seeadler, die deutlich größer als Mäusebussarde sind, ernähren sich von Wasservögeln und Fischen und verschmähten auch Aas nicht, zum Beispiel Tiere, die starkem Frost zum Opfer gefallen sind. 

Nach wie vor haben die Seeadler ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Vögel brüten an der Küste, an großen Seen und Flüssen wie zum Beispiel der Elbe.

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