Gezeichnet vom Dreißigjährigen Krieg

Fest in Sachsenhäuser Kirche: Altarbibel ist 400 Jahre alt

Vor 400 Jahren gedruckt: Helmut Best, Lothar Albrecht und Hildegard Sohl (von links) mit der historischen Altarbibel von 1618. Fotos: Jörg Schüttler

Waldeck-Sachsenhausen. Ein Gemeindefest stand im Zeichen des 400 Jahre alten Altarbibel, die bis heute in der Sankt-Nikolaus-Kirche aufbewahrt und noch benutzt wird.

Im Jahr 1618 wurde das historische Buch in Wittenberg gedruckt. Im selben Jahr brach der Dreißigjährige Krieg aus, der auch in der damaligen Grafschaft Waldeck tiefe Spuren hinterließ.

„Im Dreißigjährigen Krieg hat die Bibel sogar an einer Schlacht teilgenommen, wovon die Spuren eines Schwerthiebes zeugen“, erklärt Lothar Albrecht, Vorsitzender des Fördervereins der evangelischen Sankt-Nikolaus-Kirche. Die Bibel wurde in den 1990er Jahren restauriert, wobei unter anderem das Papier verstärkt wurde. Neben der historischen Altarbibel gab es in der Bibelausstellung noch zahlreiche weitere Exemplare zu sehen.

Das Gemeindefest begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, den Kirsten Zölzer, Monika Bücker, Lothar Albrecht und Pfarrer Kurt Heyer gestalteten. Sie auf das 20-jährige Bestehen des Bibelgesprächskreises hin, der jeden ersten Mittwoch im Monat abwechselnd im Seniorenwohnheim Sachsenhausen und im Haus der Natur in Nieder-Werbe unter der Leitung von Andreas Schaller stattfindet. 

Musikalisch wurde der Festgottesdienst von den Klängen des Posaunenchors Sachsenhausen umrahmt. Anschließend konnten die zahlreichen Besucher ihr Wissen im Bibelquiz testen, während die jüngsten Gäste Blätter ausmalten. Peter Ulrichs, Ernst-Peter Eisenberg und Karl-Heinz Göbel erklärten die Handhabe einer alten Gutenberg-Bibeldruckpresse, mit der sich jeder Bibelverse drucken konnte. Die Presse war zuvor beim Korbacher Hessentag im Einsatz.

Auch das leibliche Wohl kam mit Gegrilltem und einer Kaffeetafel nicht zu kurz, wobei sich die Gäste besonders den von Christa Krahn gebackenen Bibelkuchen schmecken ließen.

Unter den Hammer

Am Nachmittag wurden ein Faksimile der Gutenberg-Bibel versteigert sowie ein Plakat mit Bergpredigt und die kleinste Bibel der Welt, die nur mit einer Lupe lesbar ist. Der Erlös der Versteigerung und die Einnahmen des Gemeindefestes sollen für die Renovierung der Sankt-Nikolaus-Kirche verwendet werden, wo gerade am Dachstuhl gearbeitet wird. Der Baubeginn der Sachsenhäuser Kirche dürfte in der Zeit zwischen 1245 und 1260 erfolgt sein. Nach Auskunft des Denkmalschutzamtes stellt die Kirche mit ihrer über 700-jährigen Baugeschichte ein Kulturdenkmal von hochrangigem Wert dar.

Von Jörg Schüttler

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