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Waldecks Stadtparlament peilt autofreien Sonntag am Edersee an

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Von: Cornelia Höhne

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Oft diskutiert, aber nie umgesetzt: Die Waldecker Stadtverordneten peilen ein autofreies Wochenende am Edersee an – möglichst in einer gemeinsamen Aktion mit Edertal, Vöhl und dem Edersee Marketing.
Oft diskutiert, aber nie umgesetzt: Die Waldecker Stadtverordneten peilen ein autofreies Wochenende am Edersee an – möglichst in einer gemeinsamen Aktion mit Edertal, Vöhl und dem Edersee Marketing. © Cornelia Höhne

Das Waldecker Stadtparlament will einen erneuten Vorstoß für ein autofreies Wochenende am Edersee wagen und peilt den Schulterschluss mit den Anliegergemeinden Edertal und Vöhl und der Edersee Marketing GmbH an.

Edersee – Ralph Krombach (Grüne) bringt zwar seinen Antrag für einen konkreten Termin im August in der aktuellen Stadtverordnetenversammlung nicht durch – aber den Stein für eine gemeinsame Aktion ins Rollen.

In den vergangenen Jahren beschäftigt das Thema wiederholt die städtischen Gremien. Durchgesetzt wird es aber nie.

„Tausende von Pkw und Motorrädern zwischen Hemfurth und Niederwerbe“

Vor dem Hintergrund der weltweiten Klima-Diskussionen bringt Krombach im Waldecker Stadtparlament nun erneut ein autofreies Wochenende auf der L 3086 ins Gespräch. In der Sitzung skizziert er ein gewohntes Bild in der Sommersaison auf der Edersee-Randstraße: „Tausende von Pkw und Motorrädern fahren zwischen Hemfurth und Niederwerbe auf und ab.“ Anwohner, auch in den Zubringerorten, leiden unter Verkehrsbelastung, Lärm und Abgasen.

Krombach regt an, beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, bei Hessen Mobil und dem Regierungspräsidium für den 27. und 28. August 2022 die Randstraße von Niederwerbe bis Hemfurth für den motorisierten Individualverkehr zu sperren – mit Ausnahmen für Anlieger und Öffentlichen Personennahverkehr. Das soll „ein Zeichen setzen für Umweltschutz und Einsparung von fossilen Brennstoffen“.

„Passt zu den Zielen des nachhaltigen Tourismus in der Edersee-Region“

Der Gedanke findet breite Unterstützung. „Ein Zeichen zu setzen für den Klima- und Umweltschutz ist richtig und passt zu den Zielen des nachhaltigen Tourismus in der Edersee-Region“, fasst Michael Keller (CDU) die Ergebnisse des Austausch aller Fraktionen in einer voran gegangenen Ausschusssitzung zusammen.

Die Fraktionen seien sich aber einig, dass der formulierte Antrag von Ralf Krombach keine Mehrheit finde. Knackpunkt ist unter anderem das angepeilte Datum in vier Wochen. Das sei bis dahin „nicht umsetzbar und genehmigungsfähig“. Grundsätzlich stehen die Fraktionen dem Vorhaben aber aufgeschlossen gegenüber, betont Keller. Es sollte aufgegriffen werden, „um eine ähnliche, aber umsetzbare Aktion zu finden, die man bestenfalls gemeinsam mit den beiden Nachbargemeinden Edertal und Vöhl sowie der Edersee Marketing GmbH entwickeln und umsetzen kann“.

Aktion oder Event, der jährlich wiederholt werden kann

Vielleicht lasse sich das schon im nächsten Jahr für einen Sonntag oder ein Wochenende realisieren, als „Aktion oder einen Event, den mag jährlich wiederholen kann“. Bürgermeister Jürgen Vollbracht wird aufgefordert, mit Edertal, Vöhl und Edersee Marketing Kontakt aufzunehmen. Diese Vorgehensweise überzeugt auch den Initiator. Krombach zieht seinen Antrag zurück für eine gemeinsame Marschrichtung als „starkes Signal“.

Autofreier Sonntag schon in 2016 vorgesehen

Im Jahr 2016 peilte das Waldecker Stadtparlament auf Initiative der Grünen schon einmal einen autofreien Sonntag zwischen Nieder-Werbe und Staumauer an und löste damit eine breite Diskussion aus.

Für den Tourismus begrüßte die damalige Edersee Touristic ausdrücklich die Idee. Partner der Eder-Bike-Tour hätten mit gesperrten Bundesstraßen im Westfälischen Tausende von Gästen angelockt, hieß es. Auch Edertal und Vöhl standen dem Vorschlag positiv gegenüber. Voraussetzung sei ein vernünftiges Verkehrskonzept.

Gegenwind kam damals von der Edersee-Schiffahrt und den Tourismusbetrieben an der Edersee-Randstraße, die erhebliche Einbußen im Tourismusgeschäft befürchteten.

Der Vorschlag eines autofreien Sonntags wurde dann nicht weiter verfolgt. (Cornelia Höhne)

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