DEHOGA tagt zum Thema Corona

Gastronomie Waldeck-Frankenberg: „Sicherer als in einem Partykeller“

Größere Betriebe kommen eher mir den Corona-Vorgaben zurecht: Heike Eisenmann bedient hier mit Mundschutz Angela Klein und Ulrich Zabel.
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Größere Betriebe kommen eher mir den Corona-Vorgaben zurecht: Heike Eisenmann bedient hier mit Mundschutz Angela Klein und Ulrich Zabel.

„Wir wollen alles dafür tun, dass wir nicht noch einmal einen Lockdown mitmachen müssen“, betonte der Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Christian Gerlach.

Nieder-Werbe – , Im Rahmen einer Zusammenkunft im Flair-Hotel Werbetal fasste er es als einen Vertrauensbeweis auf, dass „so viele Mitglieder gekommen sind“, wobei das Treffen unter der 2G-plus Regel lief. Die Gastronomie sei in der Lage, Abstände und Hygiene zu gewährleisten, betonte Gerlach: „Es ist sicherer, in der Gastronomie Essen zu gehen, als in einem Partykeller.“

Oliver Kasties, Geschäftsführer der für Nord- und Osthessen zuständigen DEHOGA-Geschäftsstelle Kassel, verwies auf einen FAQ-Katalog für Gastronomen, der die häufigsten Fragen rund um Corona in Kurzfassung beanwortet.. Zudem pflegt der DEHOGA über Newsletter und 18 Whats-App Gruppen in Hessen den Kontakt zu seinen Mitgliedern. Ein guter Kontakt zu Politikern und Landräten sei wichtig, meinte der Geschäftsführer, der für sieben hessische Landkreise zuständig ist.

Gastronomie durchlebt Phase einer hohen Stornierungsquote

Die Branche durchlebe im Moment eine hohe Stornierungsquote. So seien im November mehr als 40 Prozent Umsatzrückgang zu verzeichnen, bedauerte Kasties. Neben der Pandemie nannte er Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Unternehmensnachfolge und Ausbildung als wichtige Themen für die Zukunft: „Es ist durch Corona schwierig, den Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten.“

Zu den aktuellen Corona-Beschlüssen meint Christian Gerlach: „In unserem Hotel und Restaurant können wir mit 2-G leben. Wir praktizieren dies schon seit fast zwei Wochen. Aber für viele Kleinbetriebe, die wenig Sitzplätze und keine Ausweichmöglichkeiten haben, ist es eine enorme Einschränkung.“ Für Discotheken, Clubs und Kneipen sei die alte 2-G-Plus-Bestimmung ohne Maskenpflicht und ohne Abstandregeln sicherlich vorteilhafter. Es bleibe zu hoffen, dass es nicht zu weiteren Einschränkungen komme: „Denn das wäre ein Lockdown durch die Hintertür.“

„Jede Woche neue Regelungen“ bei Corona

Dies sieht Oliver Kasties ähnlich: „Die Lage ist sehr ernst. Vor diesem Hintergrund mag es ein schwacher Trost sein, dass mit Ausnahme der Streichung der 2G-plus-Option und Änderungen der Personenzahlen bei Veranstaltungen die bekannten Regelungen im Wesentlichen gleichgeblieben sind.“ Dennoch bleibe es für die Betriebe eine enorme Herausforderung, wie mit dem eingebuchten Geschäft zu verfahren sei. Wie reagieren die Gäste in diesen ungewissen Zeiten?

Kasties: „Jede Woche neue Regelungen, ein bisschen hier weg, ein bisschen da dazu, Absagen von Buchungen, Tische zusammen, dann wieder auseinander und Absagen an Gäste.“ Es saei für die gesamte Branche erschöpfend. Mit der Streichung der 2G-plus-Option, unter der gerade kleinere Betriebe geimpfte oder genesene Gäste mit zusätzlichem Test ohne Abstandspflicht hätten bewirten können, mache für Viele das Öffnen im Dezember unmöglich. Das Gastgewerbe wolle mehrheitlich geöffnet bleiben und arbeiten dürfen. Doch das müsse in wirtschaftlich vernünftigen Rahmenbedingungen geschehen. „Das wird zusehends fragwürdiger“, meinte Kasties. (Jörg Schüttler)

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