Widerspruch gegen die Aussagen der Bürgermeister beider Kommunen

Grüne aus Waldeck und Vöhl für „Naturmonument Steilhänge Edersee“

Die Kahle Haardt ist eines der beiden Natur-Juwele an den Edersee-Steilhängen. Foto: pr

Waldeck/Edertal/Vöhl. Die Waldecker Grünen und die BI Grüne Liste Vöhl treten ein für die Ausweisung der Steilhänge am Edersee als „Nationales Naturmonument“. Damit stellen sie sich gegen die Meinung ihrer zwei Bürgermeister Matthias Stappert und Jörg Feldmann.

Vertreter beider grünen Ortsverbände ließen sich von Norbert Panek, dem Leiter des Geoparks, über die naturschutzfachliche Bedeutung der Steilhänge informieren.

Live-Blick in die Urzeit

Kernflächen, wie Lindenberg und Kahle Hardt, sind schon als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier gibt es besondere Vorkommen von Urwaldarten bei Pilzen, Flechten, Käfern und anderen Lebewesen; oft einmalige Vorkommen sowohl in Deutschland wie gar in Europa.

Hier wachsen Eichen, die älter sind als 500 Jahre. Mancher Wurzelstock soll es auf bis zu 1000 Jahre bringen. Sie bieten den seltenen Arten Lebensräume wie in einer Arche, die sich seit der letzten Eiszeit ohne den Einfluss des Menschen entwickelte. Anlaufstelle für Experten aus ganz Deutschland, berichtete Panek.

Wege und Straßen bleiben

Allerdings sind die beiden geschützten Gebiete mit ihren 150 Hektar so klein, dass sie, um weiter zu überleben, ein zusammenhängendes größeres, geschütztes Umfeld bräuchten. So sehen es jedenfalls die Befürworter eines „Nationalen Naturmonumentes“ Edersee-Steilhänge. Die Fläche des Edersees, die touristisch genutzten Ufergebiete sowie bestehende Straßen und und Wege wären von der Ausweisung nicht beeinträchtigt. Bespiele: Urwald- und Kellerwaldsteig oder die Straße ins Fürstental.

Da das Bundesförderprogramm zum Naturschutzgroßprojekt Kellerwald-Region in diesem Jahr ausläuft und das hochwertige Gebiet der Ederseesteilhänge weiterhin von den Eigentümern besonders geschützt werden müsse, sei das Land Hessen in der Pflicht zu handeln, meinen die Grünen-Ortsverbände. Ihre eigene Partei bildet den einen Teil der schwarz-grünen Landesregierung. Eine Entscheidung über die Schutzfunktion müsse bis zum Ende des aktuellen Jahres fallen.

Zwar sei auch das Ausweisen eines zusammenhängenden Naturschutzgebietes an dieser Stelle sinnvoll oder die Erweiterung des Nationalparkes um dieses Areal, doch das „Nationale Naturmonument“ würde besonders dem Tourismus eine große Chance bieten, da sich dieses Etikett als Alleinstellungsmerkmal vermarkten ließe, meinen die Grünen. Das zeige das Vorbild „Bruchhäuser Steine“ in Nordrhein-Westfalen. Auch heimische Tourismusunternehmen haben sich deshalb für die Ausweisung der Hänge als Naturmonument ausgesprochen.

Keine Alternative dagegen wäre aus Sicht der Waldecker und Vöhler Grünen die Ausweisung zum FFH-Gebiet. Denn Bäumefällen bliebe darin gestattet. (r)

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