Stadt soll Möglichkeit zur Stellungnahme wahrnehmen

Grüne aus dem Kreis und der Stadt Waldeck gegen Geflügelmastanlage

Waldeck. Der Kreisvorstand der Grünen in Waldeck-Frankenberg und der Ortsverband Waldeck sprechen sich gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Waldeck aus und rufen dazu auf von dem Recht Gebrauch zu machen und beim Regierungspräsidium eine Stellungnahme einzureichen.

„Wir sehen uns als Vertreter für eine bäuerliche Landwirtschaft, die auf Ökologie und Tierwohl setzt und nicht auf Massentierhaltung. Immer größere Mastanlagen mit immer mehr Tieren bedeutet auch eine größere Belastung von Böden, Grundwasser und Luft durch Nitrat und Keime“, sagt Jürgen Schanner, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen in Waldeck:

„Eine Mastanlage in dieser Größe bedeutet eine immense Belastung für Mensch, Tier und Umwelt.“ Die Grünen fordern die Bundesregierung dazu auf, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Landwirten ermögliche, wirtschaftlich zu arbeiten ohne dass das Tierwohl darunter leide. Eine artgerechte Landwirtschaft sei möglich.

„Wir brauchen dafür kurzfristige Maßnahmen, die die Landwirte dabei unterstützen, bessere Haltungsbedingungen umzusetzen und mittelfristig einheitliche Standards in Europa für eine artgerechte Tierhaltung“, unterstreichen die Grünen. Wer die Landwirtschaft dem Preisdumping der Discounter überlasse, nehme ein Ende der bäuerlichen Landwirtschaft und das daraus resultierende Tierleid billigend in Kauf. Die voranschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft sei ein fataler Irrweg.

„Nicht nur für den Tier- und Verbraucherschutz, sondern auch für die bäuerliche Landwirtschaft, ist diese Entwicklung eine große Gefahr“, meint Karin Krüger, für das Thema zuständiges Kreisvorstandsmitglied. Nach Ansicht der Gründen seien in der Stadt Waldeck darüber hinaus Aspekte wie der Tourismus und die Luftreinhaltung zu berücksichtigen. Da die Stadt Waldeck ein anerkannter Luftkurort sei, müsse genau geprüft werden, welche Auswirkungen eine Hähnchenmastanlage an diesem Standort für die Stadt habe.

Eine Aberkennung dieses Status wäre aus Sicht der Grünen nicht hinnehmbar. „Die Errichtung eines Hühnerstalls dieser Größenordnung zu verhindern, kann nur mit breitem Widerstand aus der Stadtgesellschaft gelingen. Wir werden alles zivilgesellschaftliche Engagement gegen die geplante Anlage unterstützen“, betont Daniel May, Kreisvorsitzender der Grünen. (r)

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