Pressekonferenz beim Kreisbauernverband

Hähnchenmast in Waldeck: Landwirt zieht Pläne zurück

Waldeck. Die geplante Hähnchenmastanlage in Waldeck wird nicht gebaut. Das hat der Investor am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz beim Kreisbauernverband in Korbach bekanntgegeben.

+++aktualisiert um 15.30 Uhr+++ Landwirt Karl Schwalenstöcker zieht seinen Genehmigungsantrag auf Bau einer Hähnchenmast-Anlage in Waldeck zurück. Das verkündete er auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Mittwoch beim Kreisbauernverband, gemeinsam mit dessen Geschäftsführerin Stefanie Wetekam. „Grund ist der Antrag der Grünen-Fraktion im Kreistag vom Montag“, erläuterte sie. 

Die Grünen hatten einen Antrag zur Geflügelmastanlage in den Kreistag eingebracht. Das Gremium sollte sich, so die Forderung der Fraktion, gegen den Bau aussprechen, zudem das Regierungspräsidium bitten, die Genehmigung zu verweigern, und das Domanium auffordern, keine Flächen zur Verfügung zu stellen. Entschieden wurde am Montag noch nicht über den Antrag.

Der Antrag beschwört aus Sicht der Familie Schwalenstöcker die Gefahr herauf, dass der Hof seine Domanial-Pachtflächen verliert, über deren Vergabe der Kreistag letztlich entscheidet. „Diese Pachtflächen haben eine Größe von 150 Hektar“, erklärte Schwalenstöcker. 

Das entspricht der Hälfte des Landes, das die Familie seit Jahrzehnten in Ackerbau bewirtschaftet. Auch der Betriebssitz befindet sich auf dem Domanial-Land. „Wir hätten diese Flächen nicht benötigt als Grundlage für Mastfutter“, stellt der Landwirt klar. Die dafür vorgesehenen Felder befanden sich in Privatbesitz. Die Hähnchenmastanlage sei es aber nicht wert, die traditionelle Existenzgrundlage des Betriebes zu gefährden. 

Hähnchenmaststall sollte Existenz der nächsten Generation sichern

Schwer enttäuscht ist Schwalenstöcker über die Tatsache, dass die Kreistagsfraktion der Grünen nicht das direkte Gespräch mit der Familie gesucht habe: „Das ist unterste Schublade.“ Die Hähnchenmastanlage sollte als neuer Betriebszweig dazu beitragen, den Hof für die nächste Generation zu sichern. Die Söhne haben sich für die Landwirtschaft entschieden. „Ich musste gestern Abend Trost spenden, nachdem wir gemeinsam die Entscheidung gefällt haben“, sagt Schwalenstöcker. 

Wie sich der Hof nun ausrichtet, um zwei Generationen eine Existenzgrundlage zu bieten oder ob die Söhne sich gar anders orientieren: „Um dazu etwas sagen zu können, ist die Entscheidung zu frisch“, fügt Karl Schwalenstöcker hinzu.

Ursprünglich wollte der Landwirt  eine Mastanlage für etwa 80.000 Hähnchen errichten. 574.000 Hähnchen sollten dort pro Jahr gemästet werden. Die Pläne riefen Kritiker auf den Plan, eine Bürgerinitiative gründete sich. Rund 400 Menschen protestierten im September mittels einer Menschenkette und einer Abschlusskundgebung gegen die Hähnchenmast-Pläne oberhalb von Waldeck.

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