Rezept gegen Ärztemangel 

Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhagerland: Fünf Praxen dauerhaft gesichert

+
Praxis dauerhaft gesichert: Der Waldecker Allgemeinmediziner Erhard Hain (links) mit Arzt Ralf Wittwer, Geschäftsführer der GmbH, die fünf Hausarztpraxen betreibt.

Waldeck. Der drohende Ärztemangel auf dem Land ist zentrales Thema für die künftige Entwicklung des Waldecker Landes.

Junge, ausgebildete Mediziner haben kaum noch Interesse an Landarztpraxen. Auch der Waldecker Allgemeinmediziner Erhard Hain suchte vergeblich nach einem Nachfolger. Lange Arbeitszeiten, Notdienste an Wochenenden oder nach Feierabend, Verwaltungsaufwand und das Risiko durch Selbstständigkeit und Budgetierung schreckten ab.

Ein Arztehepaar aus Sachsenhausen hat ein Rezept gegen den Ärztemangel auf dem Land entwickelt und ist damit erfolgreich. Sigrid und Ralf Wittwer gründeten mit ihrem ehemaligen Wolfhagener Berufskollegen Dr. Dralle eine überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft in Form eines Medizinischen Versorgungszentrums. Träger ist eine GmbH, Ärzte und Mitarbeiter des Praxisteams sind angestellt mit geregelten Arbeitszeiten, Urlaub und festem Gehalt. Vorteil für die Patienten: Fünf Praxen wurden dauerhaft gesichert.

Ausgangspunkt war in 2014 eine Notlage in Wolfhagen. Als sich nach einem Jahr noch immer kein Nachfolger für die leer stehende Arztpraxis fand, wurde eine GmbH gegründet und die ärztliche Versorgung sicher gestellt, sagt Ralf Wittwer. Der 58-Jährige ist Geschäftsführer. Kurz darauf drohte auch in Naumburg und Bad Emstal bald das „Aus“. Das hat die neue Organisationsform erfolgreich verhindert. Seit April gehört auch die Praxis von Erhard Hain in Waldeck zur neuen „Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhagerland“ und bleibt somit erhalten.

Wittwer blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir freuen uns, dass wir vier junge Ärzte für die Mitarbeit gewinnen konnten. Damit haben wir keine Nachwuchssorgen, und die hausärztliche Versorgung unserer ländlichen Region ist langfristig gesichert.“ Weitere Berichte zu dem Thema lesen Sie in der gedruckten WLZ am 23. April. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare