Erste Pfarrstelle vor 22 Jahren im Waldecker Land

Höringhäuser verabschieden Pfarrerin Rita Schuppe-Naumann  in den Ruhestand

Abschied aus dem aktiven Berufsleben, aber die Höringhäuser Kirche auch weiterhin im Blick: Pfarrerin Rita Schuppe-Naumann wechselt in den Ruhestand. Foto: Conny Höhne

Von Conny Höhne

Höringhausen. Pfarrerin Rita Schuppe-Naumann zieht nach 22-jähriger Wirkungszeit in der evangelischen Kirchengemeinde den Talar aus. Die 63 Jahre alte Theologin wechselt in den Ruhestand, bleibt aber gemeinsam mit ihrem Mann der neuen Heimat treu. Das Paar wohnt auch weiterhin im Pfarrhaus neben der Kirche. „Wir haben es vor sechs Jahren gekauft“, sagt die Pfarrerin.

Die Arbeit mit Kindern lag ihr stets sehr am Herzen, „damit die Kirche eine Zukunft hat“. Tatkräftig unterstützt wurde Schuppe-Naumann von engagierten Höringhäusern. „Bei den Kindergottesdiensten hatte ich immer sehr fleißige Frauen und Mädchen an meiner Seite.“ Aber auch die Seelsorge mit Taufen, Trauungen und Beerdigungen war ihr wichtig. Dabei nutzte sie gern die Gelegenheit, „Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit wahrzunehmen und schätzen zu lernen.“

Die Pfarrerin nimmt Abschied aus einer lebendigen Gemeinde mit bemerkenswerter Eigeninitiative. Die wurde auch bei der Umgestaltung des Kirchplatzes deutlich. „Es war sehr beeindruckend, wie viele da mitgemacht haben.“ Gefreut habe sich die Pfarrerin immer, wenn sie Andachten bei besonderen Veranstaltungen der Vereine halten durfte. Eingespannt in die kirchliche Arbeit war auch ihr Ehemann Wilfried Schuppe, der unter anderem den Gemeindebrief gestaltete.

Höringhausen ist dem Ehepaar inzwischen zur zweiten Heimat geworden. „Wir gehören quasi zum Inventar“, sagt die angehende Ruheständlerin mit einem Schmunzeln. Dabei kam die Seelsorgerin damals auf Umwegen ins Waldecker Land.

Schuppe-Naumann hatte zu DDR-Zeiten in Leipzig Theologie studiert und wurde noch während des Studiums Mutter zweier Töchter. Später trat sie bei Dresden ein Vikariat an. Das endete abrupt, als die Familie einen Ausreiseantrag aus der DDR stellte. Kurz vor der Wende in 1989 wurde der Familie, zu der mittlerweile auch zwei Söhne gehörten, die Ausreise genehmigt.

1990 nach Bad Arolsen

Erste Anlaufstelle war Schleswig-Holstein, wo ihre Eltern wohnten. Über ein befreundetes Ehepaar kam die Familie 1990 nach Bad Arolsen. Die junge Theologin wiederholte in den Hauptfächern ihr Examen und begann in 1994 in Altenhasungen mit der Ausbildung zur Pfarrerin.

1995 heiratete sie ein zweites Mal, und nach ihrer Ordination im Jahre 1996 trat sie ihre erste Stelle in der Gemeinde Höringhausen mit über 1000 Mitgliedern an. Die Familie fühlte sich gleich wohl im Waldecker Land, sagt Rita Schuppe-Naumann rückblickend.

Im Ruhestand will die scheidende Pfarrerin mehr Zeit mit ihrer großen Familie genießen, der mittlerweile auch sieben Enkelkinder angehören. Und im Regal im Pfarrhaus wartet bereits ein Stapel Bücher auf gemütliche Lesestunden im Garten neben der Höringhäuser Kirche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.