Hohe Hürden

Die Idee: Brücke über den Edersee von Scheid nach Rehbach

Eine großartige Aussicht auf den See bietet sich oberhalb von Rehbach (rechts im Bild), links die Halbinsel Scheid. Würde eine Rad- und Fußgängerbrücke dieses Panorama so nachhaltig stören, dass es keine Genehmigung gäbe? Foto: Schuldt/Archiv

Waldeck. Hat Bürgermeister Jörg Feldmann wegen der Planung einer Rad- und Fußgängerbrücke zwischen Scheid und Rehbach Kontakt zur Gemeinde Edertal aufgenommen?

Das wollte Michael Keller (SPD) in der Parlamentssitzung am Dienstag wissen. Er bezog sich damit auf einen Auftrag, den die Stadtverordneten im alten Jahr an den Magistrat erteilt hatten.

„Ich habe mit dem Kollegen Klaus Gier zwar gesprochen, aber den Auftrag so verstanden, dass wir erst schauen, ob eine solche Planung überhaupt realistisch ist“, antwortete der Waldecker Bürgermeister.

Jürgen Staude (SPD) macht sich allerdings Sorgen, weil die EU angekündigt hat, in Folge des Brexits die Fördermittel für ländliche Regionen zu kürzen: „Was für ein Zeitfenster bleibt uns denn, wenn wir uns Zuschüsse für so ein Projekt sichern wollen?“

Feldmann hält die Diskussion darüber, ob die Region künftig überhaupt noch EU-Fördermittel erhält, zwar für eine spannende Frage. Es gebe gleichwohl noch viele Töpfe, die nicht ausgeschöpft würden, weil sehr hohe Hürden an die Zuschüsse geknüpft seien: „Für die so genannten EFRE-Mittel müssten wir zum Beispiel nachweisen, dass unser Projekt von überregionaler Bedeutung ist.“

Weil aber auch Bund und Land touristische Projekte unterstützen, sieht Feldmann in der Finanzierung einer solchen Brücke das geringere Problem. 

Viel schwieriger sei es, die Vorgaben des Naturschutzes einzuhalten. „Dabei geht es auch um Sichtbeziehungen am Edersee, wie sie schon bei dem Wohnmobilstellplatz auf Scheid diskutiert wurden“, gab er zu bedenken. 

Seiner Kenntnis nach müsste die Brücke auf einem Niveau von 45 Metern Höhe über dem Vollstau-Wasserpegel verlaufen, damit die Edersee-Schiffe unter ihr hindurch fahren können. Das Regionalmanagement Nordhessen unterstütze die Stadt jedenfalls bei ihrem Vorhaben, fügte Feldmann hinzu.

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