Pandemie bremst Aktivitäten

Förderverein „Edersee Atlantis“: Ideen und Mitarbeit gefragt

Bei sinkendem Wasserstand wieder frei: Das Gräberfeld bei Berich. Der neu formierte Förderverein „Edersee Atlantis“ will die historischen Orte aller drei Anrainergemeinden erfassen und ein gemeinsames Vermarktungskonzept auf den Weg bringen.
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Bei sinkendem Wasserstand wieder frei: Das Gräberfeld bei Berich. Der neu formierte Förderverein „Edersee Atlantis“ will die historischen Orte aller drei Anrainergemeinden erfassen und ein gemeinsames Vermarktungskonzept auf den Weg bringen.

Der neu formierte Förderverein „Edersee Atlantis“ peilt eine gemeinsame Vermarktung der historischen Kulturstätten an, die einst beim Bau der Edertalsperre in den Fluten untergingen.

  • Der neu formierte Förderverein „Edersee Atlantis“ will alle versunkenen historischen Relikte der Anrainerkommunen Vöhl, Edertal und Waldeck erfassen.
  • In enger Zusammenarbeit soll das historische Erbe der Region bewahrt werden.
  • Der Förderverein hofft auf Unterstützung von Ortsvorstehern, Vereinsvorsitzenden und weiteren engagierten Bürgern aus allen drei Kommunen.

Edersee – Vöhl, Waldeck und Edertal wollen gemeinsam ein Konzept auf den Weg bringen, aber die Aktivitäten werden aktuell durch die Corona-Pandemie ausgebremst.

„Die drei Bürgermeister sind Feuer und Flamme“

Der Verein „Edersee Atlantis“ ging aus dem Waldecker Förderverein zum Erhalt der alten Dorfstelle Berich hervor. Der Förderverein will seinen Tätigkeitsbereich erweitern und hat per Satzungsänderung das historische Erbe des gesamten Edersee Atlantis im Blick. Mit Unterstützung aus den drei Anrainerkommunen könnten umfangreichere Fördergelder aus Leader-Mitteln eingeworben werden, um die Erinnerung an das historische Erbe der Region wach zu halten.

Uwe Neuschäfer, Motor der Initiative, freut sich, dass ein Schulterschluss am Edersee gelungen ist. „Die drei Bürgermeister sind Feuer und Flamme.“ Aber auch andere Akteure arbeiteten tatkräftig mit. Eine Projektgruppe habe sich schon zu mehreren Sitzungen getroffen. Neuschäfer hofft, auch Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzende aus den Anrainerkommunen zur Mitarbeit zu gewinnen. „Wir brauchen viele Leute, die Ideen haben.“

Klausurtagung wegen steigender Corona-Zahlen verschoben

Leider habe die Pandemie alle weiteren Planungen jäh unterbrochen. Eine geplante Klausurtagung Anfang Januar wurde wegen steigender Corona-Zahlen verschoben. Dabei sollte das Grundkonzept für eine gemeinsame Erfassung aller Atlantis-Stellen in der Stadt Waldeck und in den Gemeinden Edertal und Vöhl erarbeitet werden.

Abgerutscht: Grabplatten auf dem Gräberfeld.

Ein gemeinsamer Werbeauftritt mit einheitlichen Info-Stelen oder Hinweisschildern liege allen am Herzen. Aber ohne Sitzung mit dem notwendigen Beschluss könnten keine Fördergelder der neuen Leader-Periode beantragt werden, erläutert Neuschäfer.

Herausforderung: Baumaterial an Ort und Stelle bringen

An der alten Dorfstelle von Berich ruhten die Arbeiten in diesem Jahr komplett. Aus Mitgliederbeiträgen allein sei das Aufmauern von Ruinen nicht zu stemmen. Zudem sei die Logistik an dem Steilufer eine Herausforderung: Baumaterial muss mit Muskelkraft an Ort und Stelle geschafft werden, weil Maschinen nicht bis zu den Atlantis-Bereichen vordringen könnten. Alternativ werde nun überlegt, von der Seeseite aktiv zu werden, wenn der Wasserstand passt. Das sei aber nur mit Absprache mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser möglich.

Idee: Verbindungsweg von Nieder-Werbe zum Bericher Hammer herrichten

Der Verein wolle künftig verstärkt auf digitale Medien setzen. Sie eröffneten vielfältige Möglichkeiten, das Edersee-Atlantis in Szene zu setzen. Trotzdem sei auch Handarbeit an den Ruinen nötig, um letzte steinerne Zeugen zu erhalten, beispielsweise Stützmauern am Bericher Hammer zu verfugen oder abgerutschte Grabstellen auf dem Gräberfeld bei Berich zu sichern.

Weitere Vorschläge sind willkommen, sagt Neuschäfer. Aufgegriffen wurde beispielsweise die Idee, den früheren Verbindungsweg von Nieder-Werbe zum Bericher Hammer herzurichten. (Cornelia Höhne)

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