Dreharbeiten für ZDF-Miniserie "Die verlorene Tochter"

Kamera läuft: Mit Karacho in den Edersee

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Dreharbeiten am späten Abend Edersee.

Edersee. Für die Miniserie des ZDF „Die verlorene Tochter“ wurde ein Autostunt des Teams „Alarm für Cobra 11“ am Edersee gedreht.

Das Ufer zwischen Sperrmauer und Waldeck-West ist taghell erleuchtet. Ausgebildetes Rettungspersonal von Bergwacht und dem Deutschen Roten Kreuz steht zur Sicherheit auf der Randstraße bereit, und die DLRG kreuzt mit einem Boot auf dem See.

Ein Auto wird mithilfe eines Katapults in drei Sekunden auf 70 km/h beschleunigt, es durchbricht das Geländer, rast das Ufer hinab, direkt in den See. Ein Mitarbeiter rennt hinterher und befestigt ein Seil am Auto, um es wieder nach oben zu ziehen. Die Szene ist im Kasten, Applaus brandet auf.

"Wir wollten mal einen anderen Landstrich zeigen"

Die Produktionsfirma X Filme Creative Pool aus Berlin produziert die Serie. Gemeinsam mit Drehbuchautor Christian Jeltsch, der aus Schmittlotheim stammt, haben die Produzenten Michael Polle und Uwe Urbas den Edersee schon früh als Drehort ausgewählt. Beide sind am letzten Drehtag am See mit von der Partie. „Wir wollten mal einen anderen Landstrich von Deutschland zeigen, als immer nur Großstädte wie Berlin oder München“, sagte Polle.

Die Kostümbildnerinnen verwahren nicht weniger als 900 Kostüme für den Dreh.

Auf einem Parkplatz steht die gesamte Logistik. Schauspielerin Hildegard Schmahl wartet auf ihren nächsten Einsatz. Sie spielt die Großmutter der verschwundenen Enkelin. Ihr gefällt die Arbeit sehr. „Man lernt viele interessante Orte kennen, die man noch nicht kennt, wie den Edersee.“ Die Schauspieler ziehen sich in die Maske zurück, um vor dem Dreh noch einmal zur Ruhe zu kommen.

Der Blick in den Kostümwagen ist überwältigend. 900 Kostüme hängen dicht an dicht. Auf den Punkt müssen sie bereitstehen. „Sonst stockt das System“, informieren die beiden Kostümbildnerinnen. Waschmaschine, Trockner und Trockenschrank stehen auf engstem Raum. Der Aufnahmeleiter koordiniert den Dreh und nutzt dafür einen Wagen mit Büro. Stromaggregate und ein Wasserwagen sowie fahrbare Toiletten runden das „Produktionsdorf“ ab. Im Küchenwagen gibt es an diesem Abend um 19 Uhr endlich das verspätete Mittagessen. Eine Schlange hat sich davor gebildet.

Auch in Korbach und Waldeck dreht das ZDF

Rund 65 Akteure sind an diesem Drehtag mit von der Partie. Das feste Team besteht aus etwa 45 Mitarbeitern. „Jeder ist Experte für sein Fach“, erklärt Uwe Urbas. Die gesamte Logistik ist geliehen, da sie jeweils an Drehort oder Projekt angepasst werden muss. Die Aufnahmen an diesem Tag machen im Film am Ende nur eine einzige Minute aus.

Am Set werden noch einige Szenen gedreht. Nicole Schäfer aus Korbach spielt quasi sich selbst. Sie ist im wahren Leben Polizistin und kommt mit ihrer echten Uniform an den Drehort und hatte eine Festnahme vor laufender Kamera. „Als Kleindarstellerin zu arbeiten, macht mir viel Spaß.“ Die Aufnahmen sollen bis tief in die Nacht andauern.

Zuvor wurde in Korbach als auch in Waldeck gedreht. Hier diente eine Hütte, die das Team in einem Garten aufgebaut hatte, als Drehort. Sie wurde am Schluss kontrolliert abgebrannt. In dieser Woche stehen Aufnahmen in Lich und Berlin im Programm. Ein Sendetermin für die sechsteilige Serie steht noch nicht fest.

Von Sabine Degenhardt

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