Verhandlung am Amtsgericht in Korbach

Schlägerei auf dem Radweg bei Netze: 31-Jähriger verurteilt

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Wegen einer Schlägerei auf dem Bahn-Radweg bei Netze wurde ein 31 Jahre alter Mann am Korbacher Amtsgericht verurteilt.

Korbach – Wegen einer Schlägerei auf dem Bahn-Radweg bei Netze wurde ein 31-Jähriger am Korbacher Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Nach der Urteilsverkündung blickte der 31-jährige Angeklagte zum Richtertisch und sagte nur ein einziges Wort: „Danke!“ Der junge Mann aus dem Landkreis Kassel – das hatte er zuvor betont – wolle auf gar keinen Fall zurück ins Gefängnis. Folglich war ihm die Erleichterung anzumerken, als ihm die Richterin mitteilte, dass die nun verhängte fünfmonatige Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werde. Verbunden damit seien 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Die Richterin sah es nach der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Korbach als erwiesen an, dass der 31-Jährige am 11. März des vergangenen Jahres eine vorsätzliche Körperverletzung begangen hat. Tatort war damals ein Radweg in der Nähe des Pfannkuchenhauses in Waldeck-Netze. Nachdem der Angeklagte laut eigener Aussage bei einer Bekannten Teppich verlegt hatte, war er mit seinem Roller auf dem Radweg unterwegs. „Plötzlich lief der Motor nicht mehr. Ich stellte den Roller auf den Weg, legte den Helm daneben und schaute nach dem Problem“, berichtete der 31-Jährige.

Nach einer Weile näherte sich ein Ehepaar aus Korbach mit seiner Tochter. Das Kind befand sich in dem Fahrradanhänger, den der 38-jährige Familienvater hinter seinem Rad angebracht hatte. Die Mutter fuhr ein paar Meter voraus. Was dann geschah, dazu gibt es zwei Versionen.

Der Angeklagte berichtete, dass ihn der Familienvater schon aus der Ferne lautstark dazu aufgefordert habe, den Weg frei zu machen. „Ich wusste auch, dass es verboten ist, mit dem Roller auf dem Radweg zu fahren oder ihn dort abzustellen. Doch aus meiner Sicht war noch genug Platz, um an mir vorbeizufahren“, sagte der 31-Jährige.

Als der 38-Jährige ihn dann erreicht habe, sei dieser sofort aggressiv geworden und habe ihn wenig später mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Anschließend sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. „Er hat sich dann einen Ast geschnappt und ist damit auf mich los. Ich habe daraufhin das Cuttermesser aus meiner Hosentasche geholt, das ich wegen des vorherigen Teppichverlegens bei mir hatte. Bedroht habe ich ihn damit aber nicht, sondern mich lediglich vor ihm hingestellt. Das Messer hielt ich nach unten. Ich forderte ihn nur auf, wegzufahren“, sagt der Angeklagte.

Der Familienvater betonte dagegen, dass der Angeklagte als erstes zugeschlagen habe. Danach sei es zur körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Dass er – wie es in der Anklageschrift zuvor noch verlesen worden war – vom 31-Jährigen auch bedroht worden sei oder am Boden liegend noch Tritte in den Rücken erhalten habe, bestätigte er nicht. Allerdings betonte er, dass er nie zu einem Ast gegriffen habe. Als der Angeklagte mit dem Messer vor ihm gestanden habe, sei er mit seiner Frau und der Tochter schnell weggefahren.

Mit ihrem Strafmaß für den Angeklagten blieb die Richterin, die der Version des Familienvaters Glauben schenkte, unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte sechs Monate Freiheitsentzug – ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung – gefordert. Schließlich habe der 31-Jährige einige Vorstrafen vorzuweisen, darunter Verurteilungen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Diebstahl und Nötigung. Dies habe letztlich auch schon zu einer elfmonatigen Haftstrafe geführt.

Weil sich der 31-Jährige nach einem Zeitungsbericht über den Vorfall auf dem Radweg jedoch selbst bei der Polizei gemeldet und sich kurz vor Beginn der Verhandlung mit dem Geschädigten ausgesprochen hatte, fiel das Urteil milder aus. Hinzu kam, dass der Familienvater keine Verletzungen davon getragen hatte. Vom Vorwurf der Bedrohung wurde der Mann aus dem Landkreis Kassel schließlich freigesprochen.  

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