Sterbende Bäume könnten umstürzen

Klimawandel vor der Autotür: Edersee-Randstraße  gesperrt

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Heimischer Wald in Schieflage: Weil der vom Verkehr mit ausgelöste Klimawandel viele Buchen und andere Bäume am Edersee absterben lässt, wurde die Randstraße (hier bei Waldeck-West) zu einem Teil gesperrt: wegen Lebensgefahr.

Forstamt Vöhl und Hessen-Mobil haben am Freitag kurz entschlossen die Edersee-Randstraße zwischen Waldeck-West und Nieder-Werbe für den Verkehr gesperrt.

Als Grund nannten die beiden Behörden die große Gefahr herabstürzender Äste oder umstürzender Laubbäume. 

Wie schon eine Woche zuvor am Hammerberge-Rad- und Spazierweg zwischen Sperrmauer und Rehbach liegt die Ursache im katastrophalen Gesundheitszustand vieler Buchen und anderer Laubbäume. 

Forstleute überrascht über Geschwindigkeit der Pilz-Ausbreitung

Die Forstleute sind überrascht von der Geschwindigkeit, mit der sich Pilzerkrankungen in Folge des Klimawandels unter den Bäumen ausbreiten. Zu viele Monate am Stück war es zu warm und zu trocken. Im Gegensatz zur Hammerberg-Route sind die maladen Bäume entlang der Randstraße für Forsttechnik erreichbar. Am Montag sollen die Fällarbeiten beginnen.

In der dazugehörigen Pressemitteilung, die am Samstag in der WLZ erschien, wurde das Sperren der Strecke auch für Fußgänger verkündet. Dadurch wäre von der Straße aus dem Publikum eigentlich der Zugang zur Bericher Hütte und dem Sperrmauermodell verwehrt gewesen.

Hinweise auf Durchfahrt-Verbot nicht deutlich - oder fehlen

Doch davon war am Wochenende nichts zu sehen. Die runden Schilder mit rotem Rand und weißem Grund – „Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten“ – bezogen sich auf motorisierte und nicht motorisierte Fahrzeuge, sprich Fahrräder. Allerdings versperrten sie den Rad- und Fußweg nicht etwa klar erkennbar. Hinweise für Wanderer fehlten vollends.

Viele ignorierten die Verbotsschilder

Hinzu kam, dass viele Auto- und Motorradfahrer – in der großen Mehrzahl Auswärtige – die Schilder ignorierten und weiterfuhren. Es fehlte ihnen offensichtlich an Erläuterungen für die Sperrung.

Im persönlichen Gesprächen zeigten sich Gäste sichtlich überrascht und geschockt von den Hintergründen, die in den dramatischen Folgen der steigenden Durchschnittstemperaturen und Monate anhaltenden Dürren für die heimischen Buchen liegen. „Nein wirklich? Die kranken Bäume!“, meinte eine Touristin erschrocken in einer Unterhaltung mit einem Einheimischen an der Absperrung in Nieder-Werbe.

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