Stadt verlängert Vorvertrag mit Investor nicht

Knifflige Rechtslage hemmt Neubau eines Cafés in Waldeck am Edersee

Grundstück des abgerissenen, früheren Cafés am Marktplatz in Waldeck am Edersee.
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Wie geht´s weiter? Diese Frage schwebt über dem Areal des abgerissenen Waldecker Cafés, wenn die Arbeiten für den Neubau nicht zum Monatsende beginnen.

Das frühere Café am Waldecker Marktplatz ist längst abgerissen. Die Verwirklichung der Pläne für ein neues Café mit Ferienwohnungen kommt nicht voran.

Waldeck – Die Waldecker haben die bunt bebilderten Planen am Bauzaun, die lange auf das Konzept hinwiesen, abgenommen. Der Glaube, dass an die Stelle des abgerissenen Cafés am Marktplatz in Waldeck am Edersee ein neues tritt, ist bei vielen geschwunden, denn die Zeit drängt. Das betont Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht auf Nachfrage: „Neben den 400 Quadratmetern des Privatgrundstücks, auf dem das frühere Café stand, werden 200 Quadratmeter aus benachbartem städtischem Besitz benötigt. Der Vorvertrag für den Kauf läuft aber Ende Mai aus, sofern die Bauarbeiten nicht beginnen, und wir werden den Vertrag nicht verlängern.“ Die Flächen der Stadt würden beispielsweise gebraucht, um die vorgesehene Tiefgarage zu verwirklichen.

Die Stadt steht nach Angaben Vollbrachts ihrerseits unter Zeitdruck, weil sie mit den seit Langem geplanten Straßen- und Kanalbauarbeiten am Marktplatz in Waldeck am Edersee im Herbst starten will. Statt die genannten städtischen Flächen weiterhin für ein neues Café zu reservieren, werde man sie selbst gestalten, um den Marktplatz zu verschönern. Investor Wilfried Meyer müsse sein Konzept in der Konsequenz auf seinen eigenen erworbenen Grund und Boden begrenzen, fügt der Bürgermeister hinzu. Er signalisierte darüber hinaus eine mögliche Bereitschaft der Stadt, das Areal des abgerissenen Cafés von Meyer zu kaufen.

Pläne für ein neues Café sind nicht aufgegeben

Wilfried Meyer macht auf Anfrage allerdings die Behörden für die Verzögerungen verantwortlich. Es hapere an der Genehmigung einer Teilungserklärung mit dem benachbarten Privatgrundstück, von deren Eigentümerin Meyer sein Areal erworben hat. Der Planer des Vorhabens, Architekt Karl-Hermann Emde, erläutert, wo der Hase im Pfeffer liegt: Beide privaten Parteien seien sich ja einig in ihrem gemeinsamen Ziel einer solchen Teilungserklärung, „aber es gab auf diesem Feld vor Kurzem gesetzliche Änderungen.“

Diese Änderungen hätten das Ganze zu einer sehr komplexen Rechtsfrage gemacht, die schwierig zu bearbeiten sei – und das obendrein in Kombination mit den allein schon aufwendigen Brandschutzvorschriften. Ein Knackpunkt: Die Außenwand des benachbarten Wohnhauses steht direkt auf der Grundstücksgrenze. Aufgegeben hat Wilfried Meyer seine Pläne für ein neues, attraktives Café am Marktplatz in Waldeck am Edersee trotz dieser komplizierten Lage und der daraus resultierenden Hindernisse aber nicht. (Cornelia Höhne/Matthias Schuldt)

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