Literarischer Abend zur Wasser-Ausstellung:

In Sachsenhausen gab´s den Himmel auf Erden: einen Eimer Wasser nach drei Tagen Wüste

Boten ein breites Spektrum an Literatur und Musik zum Thema Wasser: die Mitwirkenden im Veltum-Cube. Foto: Jörg Schüttler

Sachsenhausen – Einen „literarisch-musischen Abend mit Texten und Musik zum Thema Wasser“ versprach Ulrike Gründel den vielen Zuhörern im Veltum Cube.

Seit dem 23. Mai ist in dessen Räumen eine Ausstellung zum Thema zu sehen, die von der Mittelpunktschule Sachsenhausen (MPS) und dem Kunstverein der Hansestadt Korbach gestaltet wurde.

Die frühere MPS-Lehrerin Dagma Kuncke führte durch das Programm. Den Auftakt machte Helgard Rothstein aus Korbach mit ihrem Gedicht „Die Flut“, das sie 2002 aus Anlass der Hochwasserkatastrophe an vielen deutschen Flüssen verfasste:

„Und das Allerbeste von Kraft und Mut, wird fortgespült von der wilden Flut.“ Gerhard Müller zitierte die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, während Ulrike Brand-Maydorn zwei traditionelle Tiermärchen aus der Ukraine vorlas.

Dagma Kuncke erzählte eine Geschichte über Nasreddin Hodscha, von dem angenommen wird, dass er im 13. und 14. Jahrhundert in Anatolien lebte und den sie als „eine Art Till Eulenspiegel“ charakterisierte.

Humorvoll trugen anschließend Gerhard Müller und Konrad Maydorn die Bildgeschichte „Das Bad am Samstagabend“ von Wilhelm Busch vor, zu deren Beginn „Franz und Fritzen zu zweit in einer Wanne sitzen.“ Nach einer Rauferei, bei der „die Wanne wird zu enge, für dieses Kampfgedränge“, betritt die alte Lene wieder den Raum. Indem sie die beiden zur Raison ruft, spricht sie „voll Würde und voll Schmerz: Die Reinlichkeit ist nicht zum Scherz!“

Mit einer „schauspielerischen Glanzleistung“, wie Kuncke lobte, gab Maydorn „Das Verhältnis der Bäckerin oder der Grundriss der Brötchen“ aus der Lyriksammlung „Die große Halunkenpostille“ von Fritz Grasshoff zum Besten.

Musikalisch wurde der Abend von den MPS-Lehrern Esther Jung (Gesang und Gitarre) und Thomas Schreiber (Cajon) und Christian Kaufmann aus der Klasse 8 (Gitarre) mit Liedern von Wasser und Meer wie „Die perfekte Welle“, „It never rains in Southern California“ und „Sailing“ von Rod Stewart umrahmt. Das verwendete Cajon, ein ursprünglich aus Peru stammendes, aber heute häufig gespieltes Rhythmusinstrument, hat Werklehrer Thomas Schreiber selbst gebaut und bemalt.

Zum Schluss gab Dagma Kuncke dem Publikum ein Zitat des englischen Schriftstellers und Archäologen Thomas Edward Lawrence mit auf dem Weg: „Drei Tage Wüste ohne Getränke und dann einen Eimer Wasser, das ist der Himmel auf Erden.“

Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 16. Juni jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 15 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr in den Räumen des Veltum Cube in Sachsenhausen. -sj-

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