Vor 100 Jahren besiedelt: Dauerausstellung informiert über die Marinesiedlung

Auf Spuren der Geschichte: Kapitänsweg auf der Edersee-Halbinsel Scheid eröffnet

Paddel markieren die Dauerausstellung: Andreas Daum, Marko Drebes, Claus Wetekam, Jürgen Vollbracht, Jürgen Trumpp, Lisa Küpper, Birgit Fischer, Markus Schaller, und Petra Roesen bei der Eröffnung.
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Paddel markieren die Dauerausstellung: Andreas Daum, Marko Drebes, Claus Wetekam, Jürgen Vollbracht, Jürgen Trumpp, Lisa Küpper, Birgit Fischer, Markus Schaller, und Petra Roesen bei der Eröffnung.

Mit dem neuen Kapitänsweg und dem Panoramaweg sowie der Neugestaltung des Dorfplatzes auf der Halbinsel Scheid ist ein „maritimes Leuchtturmprojekt erfolgreichen bürgerlichen Engagements“ erschaffen worden, freute sich Markus Schaller, Vorsitzender des Fördervereins Nieder-Werbe-Scheid bei der Eröffnung.

Scheid - Acht Infotafeln auf dem Dorfplatz und Schilder an Häusern der Marineoffiziere, die sich vor 100 Jahren niederließen, informieren über die spannende Geschichte der Ederseehalbinsel.

Dank großzügiger Förderung zu einem großen Projekt

Das Projekt wurde durch Leader-Mittel maßgeblich gefördert und durch die hessische Staatskanzlei, „Unser Starkes Dorf“, die Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg und Spenden finanziell unterstützt. Ursprünglich sollte die Ausstellung im Rahmen der geplanten 100-Jahr-Feiern bereits Ende Mai eröffnet werden. Wegen der Corona-Pandemie geschah das erst im September.

„Begonnen haben wir mit der Planung des zunächst kleinen Kapitänsweges, der im Laufe der Zeit und Dank großzügiger Förderung zu einem großen Projekt umgesetzt werden konnte“, erklärt Inga Büchling, die zusammen mit Petra Roesen, Markus Schaller und Jörg Schüttler das Projekt realisierte.

Geschichte der Marinesiedlung nahe bringen

„Schon in meiner Kindheit war ich verzaubert von der einzigartigen Atmosphäre dieses Ortes – Natur pur, Urlaubsfeeling im Sommer, Abgeschiedenheit im Winter und den geheimnisvollen Geschichten von den einstigen ersten Bewohnern, den Marineoffizieren“, sagt Petra Roesen. „Indem wir an diese besondere Geschichte der Halbinsel erinnern und sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, helfen wir mit, diese Rarität zu bewahren.“

Bürgermeister Jürgen Vollbracht lobte ein „ganz tolles Gemeinschaftsprojekt“, das die Orte um den Edersee „touristisch voranbringe“.

Berich-App und Geschichtsbibliothek aus demselben Fördertopf

Nieder-Werbes Ortsvorsteher Marko Drebes bezeichnete den Standort als „zentralen Mittelpunkt“ der Halbinsel und dankte der Regionalmanagerin des Kellerwaldvereins, Lisa Küpper, für die Unterstützung. Küpper gratulierte zur „gelungenen Umsetzung“. Auf Grundlage eines Sonderrahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz bestehe seit 2019 für lokale Aktionsgruppen die Möglichkeit, ein Regionalbudget zur eigenständigen Bewirtschaftung zu beantragen.

Vorhaben von Vereinen und Kommunen konnten mit 80 Prozent der förderfähigen Bruttokosten unterstützt werden, darunter App zur Visualisierung der Dorfstelle Berich, Geschichtsbibliothek Herzhausen, Sauna im Sportlerheim Nieder-Werbe. In 2020 wurden 22 Projekte mit einem Fördervolumen von 206 179 Euro auf den Weg gebracht. Jürgen Trumpp, Vorstands-Mitglied der Sparkasse, hoffte, dass die Ausstellung auch „den wirtschaftlichen Standort von Scheid“ hebe. 

Anker am Dorfplatz

Die außergewöhnliche Besiedlungsgeschichte der Halbinsel durch Marineoffiziere aus Kiel nach dem ersten Weltkrieg und der Bau von zehn „Kapitänshäusern“ prägen den maritimen Charakter der Ausstellung.

Neben der Dauerausstellung am Dorfplatz begrüßen Anker an den Zugängen zur Halbinsel Bewohner und Gäste. Vor den noch verbliebenen sechs Kapitänshäusern und an den vier Stellen, wo heute keine historischen Gebäude mehr stehen, sind Tafeln angebracht mit Informationen zur Geschichte der Häuser. „Kapitänsweg“ und „Panoramaweg“ führen entlang der Kapitänshäuser und Aussichtspunkte und sind Teil der Ausstellung. Die Wege sind jeweils drei Kilometer lang, Start ist jeweils der Dorfplatz auf Scheid.

Informationen aus Archiven, Bilder aus privaten Fotoalben

Text und Gestaltung übernahmen Petra Roesen, Inga Buchling, Markus Schaller und Jörg Schüttler. Die Erforschung der Geschichte machte Recherchen im Hessischen Staatsarchiv Marburg und im Gemeindearchiv Nieder-Werbe, das heute in das Archiv der Stadt Waldeck eingegliedert ist, notwendig. Eine weitere Hilfe war das 1997 veröffentlichte Nieder-Werber Ortssippenbuch mit Lebensdaten der Bewohner. Zahlreiche Einwohner aus Scheid, Nieder-Werbe und Basdorf sowie die Nieder-Werber Dorfstube stellten historische Fotos zur Verfügung. red

Am Anker beim Haus Büchling: Inga Büchling, Petra Roesen und Jörg Schüttler.
Info-Schilder füs Haus Häfele: Inga Büchling, Dr. Klaus Roesen, Petra Roesen, Hausbesitzer Werner Häfele.

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