180 Forellen ausgeliefert

Große Resonanz auf Räucheraktion des Bürgervereins „Wir für Alraft“

Frisch aus dem Räucherofen: Bernd Bremmer. Nadine Erwin und Enno Richhardt mit frisch geräucherten Forellen bei der Aktion für den Alrafter Bürgerverein.
+
Frisch aus dem Räucherofen: Bernd Bremmer. Nadine Erwin und Enno Richhardt mit frisch geräucherten Forellen bei der Aktion für den Alrafter Bürgerverein.

Sage und schreibe 180 Forellen räucherten Erwin Richhardt und Bernd Bremmer im Rahmen einer einmaligen Aktion des Bürgervereins „Wir für Alraft“ für das 164-Seelen-Dorf.

  • Wegen Corona fielen in diesem Jahr die geplanten Veranstaltungen des Bürgervereins „Wir für Alraft“ aus.
  • Um anfallende Kosten für die Vereinskasse abzufedern und um das Dorfleben zu pflegen wurde eine Fisch-Räucher-Aktion veranstaltet.
  • 180 Forellen wurden für das 164-Einwohner-Dorf geräuchert und an die Haushalte ausgeliefert.

Waldeck-Alraft – Wegen der Corona-Pandemie konnte der Bürgerverein in diesem Jahr weder den traditionellen Punschabend noch das Spanferkelessen veranstalten. Auch die Dorfabende fielen meist aus.

Um die Vereinskasse bei den trotzdem anfallenden Fixkosten aufzubessern, kam Hobby-Angler Erwin Richhardt auf die Idee, eine Fisch-Räucher-Aktion für den Ort zu veranstalten. Vereinsvorsitzender Bernd Bremmer war begeistert.

Um 5 Uhr am Räucherofen

Volle zwei Tage waren Richhardt und Bremmer beschäftigt. Zunächst wurden die etwa 280 Gramm schweren Forellen aus einer Fischzuchtanlage in Schrecksbach im Schwalm-Eder-Kreis abgeholt, gesäubert und in die Räucherlake eingelegt. Richhardt verwendet dazu ein Hausrezept mit Salz, Lorbeer und Wachholder. Am anderen Morgen begannen die beiden schon um 5 Uhr mit Räuchern der ersten 45 Forellen. Nah drei Stunden kostete Bremmer den ersten frisch geräucherten Fisch: „Der hat astrein geschmeckt.“

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Fische nicht an der Feuerwehrgarage abgeholt werden sondern wurden an die Haushalte verteilt. Bremmer: „Gerade für die älteren Leute ist es einfacher, wenn wir die Forellen vor die Haustür bringen.“ Mit der ganzen Aktion unter den Hygienebestimmungen waren die beiden bis in die Abendstunden hinein beschäftigt.

„Schöner Ersatz für Veranstaltungen, die nicht stattfinden konnten“

Erwin Richhardt zeigt sich rundum zufrieden: „Das Interesse war riesig, das hätten wir uns so kaum vorgestellt.“ Jörg Brede, der das Räucherteam mit Essen und warmen Getränken versorgte, begrüßte das Engagement: „Es ist wichtig, dass in diesen Pandemie-Zeiten etwas gemacht wird.“ Helmut Wagener findet die Idee „super“: „Es ist ein sehr schöner Ersatz für die Veranstaltungen, die nicht stattfinden konnten.“

Lob zollten auch ehemalige Alrafter. So teilte ein Anrufer aus Dresden freudig mit, dass sich seine 85-jährige Mutter sehr auf die frisch geräucherten Forellen freue. Richhardt und Bremmer sind sich einig: „Der große Zuspruch zeigt, dass den Alraftern etwas daran gelegen ist, dass der Verein erhalten bleibt.“ Fast alle Besteller rundeten den Verkaufspreis als Spende für den Verein auf, freuten sich die Initiatoren und danken allen für ihre Hilfsbereitschaft.

Mit Meerrettich oder frischem Graubrot

Wie die Forellen bei den Alraftern auf den Tisch kamen, ist nicht bekannt. Bernd Bremmer isst sie am liebsten mit Toastbrot und Meerrettich, während Helmut Wagener, der 43 Jahre in der Alrafter Bäckerei Plücker beschäftigt war, zu der Räucherforelle das frische Graubrot vorzieht. Von Jörg Schüttler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare