Dank an alle Helfer und Spender: Mit soviel Unterstützung nie gerechnet

Nach Großbrand in Netze: Familie überwältigt von Hilfsbereitschaft

Vor der Brandruine am Glucksberg: Die junge Mutter Svenja Schreiber hatte sich in der verhängnisvollen Nacht mit ihren Kindern Kimberley und Ashley gerade noch rechtzeitig retten können; mit im Bild ihre Eltern Gerd und Britta Schreiber. Foto: Höhne

Waldeck-Netze. Nach dem Großbrand vor sieben Wochen erlebte die Familie Schreiber eine nie für möglich gehaltene Welle der Hilfsbereitschaft.

Der Schock sitzt noch tief bei Familie Schreiber: Am frühen 4. Mai steht ihr Haus am Glucksberg lichterloh in Flammen. Svenja Schreiber, die 27 Jahre alte Bewohnerin, entdeckt zufällig das Feuer in der angebauten Scheune und kann sich mit ihren zwei und vier Jahre alten Töchtern gerade noch rechtzeitig retten. „Sie standen plötzlich im Schlafanzug vor unserer Tür“, sagt Mutter Britta Schreiber. Sie wohnt mit ihrem Mann Gerd im Einfamilienhaus direkt nebenan.

Noch in der Nacht setzt eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft ein. „Nachbarn versorgten die Feuerwehrleute mit Essen und Getränken, Freunde und Familienangehörige haben uns Kaffee und Tee gebracht – das war einfach enorm“, sagt Britta Schreiber.

Dann folgen Spendenaufruf und Hilfsaktionen, ein Spendenkonto wird eingerichtet. „Es ist einfach unglaublich, wie viele Menschen an uns gedacht haben“, zeigt sich die junge Mutter überwältigt. „Danke, danke, danke.“ Die dreiköpfige Familie hat bei dem Feuer ihr gesamtes Hab und Gut verloren.

Etliche Kartons mit Kinderkleidung wurden abgegeben, Spielzeug gespendet, sogar ein Körbchen für den Hund war dabei. „Manche Sachen waren nagelneu, sogar mit Etikett und beigelegtem Kassenzettel für einen Umtausch“, freut sich Britta Schreiber. Für die Kinder gab es Eintrittskarten für Wildtierpark und Fort Fun.

Im Dorf war die Hilfsbereitschaft besonders groß, etliche Netzer unterstützten die Familie, unter anderem ging der Erlös eines Festes am Backhaus an die Brandopfer. „Es waren aber auch viele Fremde hilfsbereit, die wir gar nicht kennen“, betont Gerd Schreiber. „Wir haben niemals mit so einer unglaublichen Hilfe gerechnet.“ Ein herzliches Dankeschön richtet die gesamte Familie an alle Helfer, Spender und sonstigen Unterstützer.

Ein besonderer Dank gelte der Feuerwehr, die Schlimmeres verhindert habe. „Ich dachte schon, der ganze Glucksberg brennt ab“, verweist die junge Mutter auf die enge Ortsbebauung. Feuerwehrleute retteten auch einige wichtige Papiere vor den Flammen. 

Die Brandruine ist sieben Wochen nach dem Großbrand zunächst noch vorläufig gesichert. „Weil durch einen Mauereinsturz alles verschüttet wurde, kommt noch einmal ein Brandsachverständiger, und dann hoffen wir, dass wir mit den Aufräumarbeiten beginnen können“, sagt Gerd Schreiber vor den Trümmern seines Elternhauses, das gerade erst aufwendig renoviert wurde.

Die Polizei hat kurz nach dem Brand einen 29-jährigen Mann festgenommen. Der Ex-Freund der 27-Jährigen gestand, das Feuer vorsätzlich gelegt zu haben.

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