Teilabschnitt führt vorbeit an 30 Grenzsteinen

Nach langer Pause wieder ein Grenzbegang in Freienhagen

Alter Brauch beim Grenzbegang: Gestutzt wurde unter anderem Annalena Emmeluth, hier zwischen Dirk Fisseler(links) und Dirk Winterberg. Im Hintergrund begutachtet Ortsvorsteher Martin Schwechel die Aktion. Foto: Stefan Flecke/pr

Waldeck-Freienhagen – Nach über zehn Jahren hat der Freienhagener Ortsbeirat den Grenzbegang wieder aufleben lassen.

Über 60 Teilnehmer starteten bei Schmuddelwetter am alten Rathaus und wanderten in Richtung Selbach um den Heitzelberg. Nach der Überquerung der Landesstraße von Freienhagen-Netze und einem kurzen Halt bei Eiche und Buche gab es ein Frühstück. Vorsorglich hatte der Ortsbeirat auch Feuerkörbe zum Aufwärmen aufgestellt.

Die 13 Kilometer lange Teilbegehung der alten Stadtgrenzen von Freienhagen führte vorbei an 30 von rund 140 Grenzsteinen. Manche seien bereits vor 500 Jahren gesetzt worden, berichtete Ortsvorsteher Martin Schwechel. Weiter ging es vorbei an der Grenze nach Netze in Richtung Rabenkopf auf eine Höhe von etwa 430 Metern zu dem gemeinsamen Grenzpunkt der Gemarkungen Netze, Naumburg und Freienhagen.

Der letzte Abschnitt verläuft in einem Graben, der früher als Hohlweg genutzt wurde. Von dort ging es weiter auf einem 2,4 Kilometer langen Abschnitt in Richtung Tönjesholz, wo der neue Grenzstein an dem gemeinsamen Grenzpunkt der Gemarkungen Freienhagen (Fürstentum Waldeck), Naumburg (Bistum Mainz) und Ippinghausen (Kurhessen Waldeck) an dem Weg ins Lange Rod im Fokus stand.

Einige Teilnehmer wurden gestutzt mit dem Spruch „Der Stein die Grenze in Ewigkeit“. Hintergrund dieses alten Brauchs: Durch das unsanfte Berühren der Grenzsteine mit dem Hinterteil sollen sich die Gestutzten den Grenzverlauf besonders einprägen. Danach verläuft die Grenze weiter in Richtung Höhnscheid, wo die von einem Sturm gefällte Mammut Fichte besichtigt wurde. Zum Abschluss ging es zurück in Richtung Elberfrase, wo sich die Grenzgänger bei Grillwürstchen stärkten.

Nächstes Jahr soll ein weiteres Teilstück der Grenze abgegangen werden, kündigte Ortsvorsteher Schwechel an. Diese Aktion sei eine Bereicherung für die Ortsgemeinschaft.  red

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