30-Jähriger aus Waldeck-Frankenberg steht ab Montag vor Gericht

Mutmaßlicher Brandstifter von Netze wegen versuchten Mordes angeklagt

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Großbrand in der Nacht: Der 30-jährige Angeklagte soll ein Wohnhaus mit Scheune am Netzer Glucksberg im Mai 2018 angezündet haben.

Netze/Kassel – Wegen versuchten Mordes und Brandstiftung muss sich ab 25. März ein 30-Jähriger aus Waldeck-Frankenberg vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Er soll am 4. Mai 2018 im Waldecker Stadtteil Netze aus Rache für die Trennung das Haus seiner ehemaligen Freundin angezündet haben.

Der jungen Frau bewahrte damals nur ihre Schlaflosigkeit vor Schlimmeren: Sie hatte den Brand deswegen bemerkt und konnte sich und ihre damals zwei und vier Jahre alten Kinder retten. Das Wohnhaus und eine angrenzende Scheune, in der der Angeklagte das Feuer gelegt haben soll, wurden vollständig zerstört. Den Sachschaden gab die Feuerwehr damals mit 150 000 Euro an.

Laut Anklage hatte der Mann zuvor die Autoreifen seiner Ex-Freundin zerstochen. Anschließend entzündete er mit einem Feuerzeug einen Haufen aus Papier und Stroh in der Scheune. Die Flammen breiteten sich unkontrolliert auf beide Gebäude aus.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte den Tod der Frau und der beiden Kinder billigend in Kauf genommen hat. Sie sieht daher die Mordmerkmale der Heimtücke und Anwendung gemeingefährlicher Mittel als erfüllt an.

In der Nacht zum 4. Mai vergangenen Jahres, einem Freitag, waren damals 60 Brandbekämpfer der umliegenden Feuerwehren bis in die frühen Morgenstunden in Netze im Einsatz gewesen. Der Angeklagte war wenig später von der Polizei in Sachsenhausen in seinem Wagen sitzend angetroffen und festgenommen worden. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Für die Verhandlung hat die 6. große Strafkammer des Landgerichts mit Richter Volker Mütze an der Spitze neun Verhandlungstage angesetzt. 32 Zeugen sollen zur Aufklärung des Sachverhaltes gehört werden. Der Prozess beginnt am Montag, 25. März, um 9 Uhr in Saal D 130.  -tom-

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