7,4-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt - Standort der MPS zunächst gesichert

Neubau der Grundschule in Sachsenhausen beginnt 2019

Pläne vorgestellt am Standort der neuen Grundschule: Architekt Hartmut Potthoff, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Simone Jungermann, Claudia Frede und Dirk Wilke vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises, Schulleiterin Brigitte Trietsch, Hausmeister Manfred Schmidt und die Lehrer Dirk Boehme, Nadine Hetzler und Franziska Klier von der Grundschule. Foto: Höhne

Waldeck-Sachsenhausen. Im Frühjahr 2019 soll der Bau der neuen Grundschule in Sachsenhausen beginnen, das Konzept für den 7,4 Millionen Euro teuren Neubau liegt jetzt vor. Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Architekt Hartmut Potthoff erläuterten am Montagnachmittag im Beisein der Schulleitung die Pläne.

Im Raumkonzept enthalten sind unter anderem Klassenzimmer für 200 Schüler, Mensa, Bibliothek, Fachräume sowie Verwaltungsbereich und Räume für zusätzliche Betreuung. Gestaltet wird die Schule als Atriumbau, die Klassenräume werden außen angeordnet, die Nebenräume zum Innenhof hin. „Wir wollen das zügig umsetzen“, kündigt Frese an. Er rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren. Finanziert wird der Neubau zu 100 Prozent aus dem Kreishaushalt, beginnend in 2018 und mittelfristig ausgelegt bis 2020.

Standort ist das Gelände der Mittelpunktschule, von der Werbaer Straße aus gesehen im linken Bereich hinter dem Hauptgebäude der MPS. Der neuen Grundschule muss ein in den 1990-er Jahren provisorisch errichteter Pavillon weichen. Die Baumreihe, die das Schulgrundstück zurzeit in Richtung Ober-Werbe begrenzt, wird durchbrochen. Ein Teil des Neubaus ist auf dem angrenzenden Grundstück geplant, das sich im Besitz des Landkreises befindet.

Architekt Potthoff verwies auf Details: „Die Arkaden, die das alte Schulgelände prägen, sollen übernommen und weitergeführt werden.“ Die Einfahrt für Schulbusse wird verlegt. Das Gebäude hat ein Volumen von 12 600 Kubikmetern. „Das entspricht zwölfeinhalb Wohnhäusern“, vergleicht Potthoff. Besonderes Schmankerl: eine Dachterrasse, die Unterricht im Freien ermöglicht.

80 von 130 Grundschülern in der Ganztagsbetreuung

Das Raum- und Nutzungskonzept wurde in enger Abstimmung mit dem Kollegium der Grundschule entworfen. Schulleiterin Brigitte Trietsch zeigte sich sehr zufrieden, dass etliche Anregungen in die Pläne eingeflossen sind. In dem Neubau gewinne die Schule vor allem dringend benötigte Räume für den stark wachsenden Ganztagsbereich. „80 von 130 Grundschülern nehmen das Ganztagsangebot wahr.“ Dafür stehen am aktuellen Standort der 1952/53 erbauten Schule nur sehr begrenzt Möglichkeiten zur Verfügung. Ein Container wird derzeit als Provisorium genutzt. Nach Einzug in den Neubau will der Kreis den alten Schulstandort aufgeben, sagte Frese. „Das besprechen wir noch mit der Stadt Waldeck.“

Projektleiterin Simone Jungermann vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Leiterin Claudia Frede und Stellvertreter Dirk Wilke zeigten sich zuversichtlich, dass der Bauantrag noch in diesem Jahr eingereicht werden kann. „Das Gebäude wird als Niedrigenergiehaus gebaut, mit Luftwärmepumpe und Fußbodenheizung“, merkte Wilke an. 

Schülerzahlen an der MPS stabil

Die Sorge um die Existenz der Mittelpunktschule scheint mittelfristig ausgeräumt. 

Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese sagte auf Anfrage der WLZ, dass sich am Status der MPS Sachenhausen in absehbarer Zeit nichts ändere. „Inzwischen haben sich die Schülerzahlen stabilisiert und entwickeln sich genau so wie an anderen Schulen“, zeigte sich der Schuldezernent des Landkreises zufrieden. „Insofern ist der Standort klar.“ 

Zuversicht über die weitere Zukunft der MPS lasse laut Brigitte Trietsch, Leiterin der Grundschule und Konrektorin der Mittelpunktschule, auch die Neubesetzung der Schulleiterstelle an der MPS erkennen. 

 Der geplante Neubau der Grundschule soll den Schulstandort in der Großgemeinde Waldeck weiter stärken. Vor allem die rückläufigen Schülerzahlen in der Sekundarstufe I waren Anlass für Diskussionen um die weitere Existenz. Der Kreistag hat beschlossen: Wenn zwei Jahre nacheinander nur noch eine Eingangsklasse gebildet werden kann, droht der Mittelpunktschule mittelfristig das Aus. Das ist aktuell zunächst vom Tisch, bis auf Weiteres bleibt die Schule noch zweizügig. 

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