Auf Wunsch des Ortsbeirats umbenannt

Tourismus am Edersee: Waldeck will Nationalparkstadt werden - aus Siedlung Waldeck-West wird „Waldeck See“

Das Ortsschild Waldeck-West steht am Edersee.
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Aus Waldeck-West wird Waldeck See: Die künftigen Ortseingangsschilder für die Siedlung sollen auch den Zusatz „Nationalparkstadt“ tragen.

Den Tourismus am Edersee haben zwei Beschlüsse der Waldecker Stadtverordneten im Fokus: Das Prädikat „Nationalparkstadt“ soll beantragt werden, und der bisherige Ortsname der Siedlung Waldeck-West in Waldeck See umbenannt werden.

  • Die Stadt Waldeck strebt das Prädikat „Nationalparkstadt“ an, das das Hessische Innenministerium verleihen kann.
  • Durch die Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee um die Steilhänge in Waldecker Gemarkung werden die Voraussetzungen für den Zusatz „Nationalparkstadt“ erfüllt.
  • Gleichzeitig beschloss das Parlament auf Wunsch des Ortsbeirats Waldeck, die Siedlung Waldeck-West in Waldeck See umzubenennen.

Waldeck – Ist der Edersee in Waldeck-West oder Waldeck-Ost? – Diese Irritationen bei Touristen über die Ortsbezeichnung sollen bald der Vergangenheit angehören. Das Stadtparlament beschloss am Donnerstag in der Stadthalle in Sachsenhausen einstimmig die Umbenennung der Siedlung Waldeck-West in Waldeck See.

Das könnte zusammen mit der anstehenden Straßensanierung und neuen Ortsschildern mit dem Zusatz „Nationalparkgemeinde“ umgesetzt werden, begründete Karl Schwalenstöcker den CDU-Antrag.

„Waldeck See“ eine bessere Orientierung für Touristen

„Wir sind der Meinung, dass sich Waldeck-West ein bisschen wie eine Straßenkreuzung anhört.“ Die Union habe deshalb die Idee des Waldecker Ortsbeirats gern aufgegriffen und schlage den neuen Namen für die Siedlung am Edersee vor. „Waldeck See bietet eine bessere Orientierung“, stimmte Peter Trietsch (Bündnis 90/Grüne) zu.

Martin Merhof (FDP) bekräftigte: „Das ist sicherlich die bessere Lösung.“ Auch wenn er nicht von der „Waldecker Riviera“ sprechen wolle, unterscheide sich die Örtlichkeit doch deutlich von „der Industriebrache in Waldeck-Ost“. Der Wunsch des Ortsbeirats hätte zeitnah aufgegriffen werden müssen, meinte Merhof.

Das unterstrich auch Dr. Harald Schaaf, der für die SPD Zustimmung signalisierte. Gerhard Germann (FWG) hofft, dass Wünsche der Ortsbeiräte künftig direkt ins Parlament gelangen. Bürgermeister Jürgen Vollbracht (CDU) sagte, das Thema sei auch im Rathaus aufgegriffen worden. „Wir haben recherchiert und Kontakt mit der Verkehrsbehörde aufgenommen.“ Nach der Kommunalwahl sollte es im Parlament vorgelegt werden, aber „da ist uns die CDU zuvorgekommen“. Zwischenruf im Parlament: „Wahlkampf!“

Waldeck will „Nationalparkstadt“ werden

Seit der Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee um die Steilhänge am Edersee liegen auch Flächen der Waldecker Gemarkung im Schutzgebiet. Das eröffnet Chancen, mit dem Prädikat „Nationalparkstadt“ zu werben. Das Parlament beauftragte einstimmig den Magistrat, die Verleihung beim Innenministerium zu prüfen.

Wanderweg zu den Steilhängen in der Waldecker Bucht, die seit kurzem zum Nationalpark Kellerwald-Edersee gehören.

Edertal, Vöhl, Bad Wildungen und Frankenau führen diesen Zusatz bereits im Namen. „Zusammen mit diesen Kommunen würden wir über ein landesweites Alleinstellungsmerkmal verfügen“, erläuterte Karl Schwalenstöcker den Antrag der CDU. Der Zusatz auf Schildern, Briefköpfen, Plakaten und im Internet „kann zudem nur positive Impulse bedeuten“. Sein Fraktionskollege Stefan Döhring erwartet mit dem gemeinsamen Prädikat eine zügige Identifizierung mit dem Nationalpark und der neuen Touristischen Marketinggesellschaft Edersee.

Kritik im Parlament: „Wiesbaden ist vorgeprescht - ein konstruktives Miteinander“

Viel Überzeugungsarbeit für den Prüfauftrag war nicht nötig. Peter Trietsch (Bündnis 90/Grüne) erinnerte an eine ähnliche Vision der Grünen zur „Nationalparkstadt Waldeck“ vor einem Jahr. „Wenn Ihr den Antrag nicht gestellt hättet, dann hätten wir ihn gestellt,“ rief er den CDU-Abgeordneten zu.

Martin Merhof (FDP) ergänzte: „Natürlich ist das nicht nur ein Prädikat, sondern eine Auszeichnung für die Gegend an sich und für uns ein Werbemittel.“ Kritisch merkte er jedoch an: „Der Tauschvertrag ist noch nicht vollzogen.“ Das Land Hessen habe die erforderlichen Unterlagen für einen rechtssicheren Tausch noch nicht vorgelegt. „Wiesbaden ist vorgeprescht. Das konstruktive Miteinander, das wir erwartet haben, hat so nicht stattgefunden.“

Dem stimmte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Harald Schaaf vollumfänglich zu. Cornelia Höhne

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