Direkte Verbindung zur Rettungsleitstelle

Telefonnotrufsäulen an acht Standorten rund um den Edersee aufgestellt

Test am Strandbad: Klaus Schultze war Initiator der Notrufsäulen am Edersee.
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Test am Strandbad: Klaus Schultze war Initiator der Notrufsäulen am Edersee.

Acht Telefonnotrufsäulen wurden an Standorten rund um den Edersee aufgestellt. 

Im Zuge eines landesweiten Projekts der Björn Steiger Stiftung als Initiator des europaweiten Notrufs 112 mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) werden Zug um Zug Strände und Badeseen mit Notrufsäulen bestückt.

An Badestränden, Taucherzonen und Parkplatz

Am Edersee stehen sie an acht besonders frequentierten Bereichen: Liegewiese auf der Halbinsel Scheid, Taucherzonen I und II, Waldecker Strandbad, Rehbachstrand, Parkplatz Mehlbach bei Bringhausen, Endstation in Bringhausen und Asel-Süd.

„Bei 58 Millionen Handys in Deutschland könnte man meinen, man braucht keine Notrufsäulen“, sagte DLRG-Vizepräsident Dirk Schütz bei der symbolischen Inbetriebnahme am Waldecker Strandbad. Die Erfahrung zeige jedoch, dass viele beim Baden kein Mobiltelefon in Griffweite haben oder bei längeren Ausflügen der Akku leer ist.

Auch Funklöcher erschwerten es in einigen Bereichen, einen Notruf abzusetzen, sagte Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

Direkten Draht zur Einsatzleitstelle nach Korbach

Wer am Edersee bei Unfällen oder gesundheitlichen Problemen schnelle Hilfe benötigt, kann die Notruftaste an den knapp 1,80 Meter großen weiß-roten Säulen drücken und hat direkten Draht zur Einsatzleistelle in Korbach. Dort werden die weiteren notwendigen Rettungsaktionen koordiniert.

Die Björn-Steiger-Stiftung investierte rund 40 000 Euro in die neue Technik am Edersee, sagte Christian Lang. In den nächsten Jahren sollen auch alle anderen hessischen Badeseen damit ausgerüstet werden.

"Sehr gut bedacht" am Edersee

Klaus Schultze, scheidender Leiter der DLRG-Station, hatte die Installation am Stausee angeregt und zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir wurden sehr gut bedacht,“ denn an anderen Badeseen wurde meist nur eine einzige Notrufsäule aufgestellt.

Als Bürgermeister der Anrainerkommunen freuten sich Jürgen Vollbracht (Waldeck) und Karsten Kalhöfer (Vöhl) über mehr Sicherheit für Urlauber und Einheimische am See. Gerd Paulus von der Wasserschutzpolizei bezeichnete es nach den bereits aufgestellten Rettungsstationen mit Hinweisen für Notfälle als I-Tüpfelchen bei dem gemeinsamen Engagement in Sachen Sicherheit.

In ganz Deutschland 100 Notrufsäulen aufgestellt

Im Rahmen eines Modellprojekts wurden in ganz Deutschland bislang 100 Notrufsäulen aufgestellt, informierte Christian Lang von der Björn-Steiger-Stiftung. An den meisten Seen stehe eine einzige Säule, am Edersee wurden acht jeweils 5000 Euro teure Geräte installiert. „Das ist auch dem besonderen Engagement der Kommunen zu verdanken“, merkte Lang an.

Signal zur Zusammenarbeit der drei Anrainerkommungen

Die Anrainergemeinden unterstützten die Aktion. „Das ist eine ganz tolle Sache“, betonte Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht mit Blick auf die Sicherheit am Badestrand und freute sich, dass die drei Kommunen wieder an einem Strang ziehen. Sein Vöhler Amtskollege Karsten Kalhöfer wertet das als „ein deutliches Zeichen der weiteren Zusammenarbeit der Anrainerkommunen am Edersee“.

Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese verwies auf weitere gemeinsame Aktionen mit dem Ziel, die Situation am Edersee zu verbessern – vor allem bei der Infrastruktur.

Anruf von Notrufsäule kann Rettung um bis zu drei Minuten verkürzen

Notrufe von den acht Säulen gehen laut Steffen Bricher, Fachdienst Rettungsdienst, Brand und Katastrophenschutz des Landkreises, direkt in der Einsatzleitstelle ein. Damit beginne die Rettungskette. „Kollegen leisten schon am Telefon Hilfe.“ Der Notruf via Säule verkürze die Rettung um bis zu drei Minuten, schätzt Lang. Urlauber, die einen Notruf mit dem Mobiltelefon absetzten, wüssten nämlich meist ihren eigenen Standort nicht, und eine Handy-Ortung über das Leitstellensystem sei oft problematisch und dauere einige Zeit. Der Standort der Notrufsäule indes sei von der Leitstelle sofort einzusehen, die Rettungskräfte könnten gezielt ausrücken.

An allen 365 Tagen im Jahr in Betrieb

Die acht Säulen am Edersee sind an allen 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr bei Notfällen einsatzbereit, arbeiten mit Solarstrom und sind weitgehend wartungsfrei. Dazu gehören täglich selbstständig eingeleitete Tests. Auch im Winter, können Notrufsäulen zum Lebensretter werden – etwa bei Unfällen durch Eisbruch.

Gerd Paulus vom Wasserschutzpolizeiposten in Waldeck am Edersee dankte der Stiftung, der DLRG und den Kommunen für das gemeinsame Engagement. „Es freut mich, dass unsere Standortvorschläge zu 100 Prozent umgesetzt wurden.“ Einer der Standorte ist das Waldecker Strandbad. Gerlinde Koppelin, Wirtin im angrenzenden Strandhaus Nr. 12, freut sich darüber, dass in die Sicherheit der Besucher investiert wird.  

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