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Kein Platz mehr im Ort: Höringhäuser Museumsfreunde verkaufen historische Geräte

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Kein Platz mehr: Die Höringhäuser Museumfreunde müssen sich von zahlreichen historischen Geräten trennen, die einst in der Landwirtschaft genutzt wurden.
Kein Platz mehr: Die Höringhäuser Museumfreunde müssen sich von zahlreichen historischen Geräten trennen, die einst in der Landwirtschaft genutzt wurden. © Jörg Schüttler

Die Interessengemeinschaft Heimatmuseum Höringhausen muss ihre historischen Großgeräte verkaufen, die bislang in einer Scheune untergebracht waren.

Waldeck-Höringhausen – Ein Kapitel Dorfgeschichte geht zu Ende. Die Scheune am Kübenborn, in der zahlreiche historische landwirtschaftliche Geräte aus alten Zeiten untergebracht sind, steht nach einem Eigentumswechsel nicht mehr zur Verfügung. Weil kein anderes Domizil gefunden wurde, haben sich die Museumsfreunde zum Verkauf des historischen Inventars entschlossen.

Gabelwender, Holzjauchefass und Pferdeschlitten

Während sich das Heimatmuseum in der Hauptstraße befindet, stehen die Geräte seit etwa 15 Jahren in dieser Scheune. Sie hat nun einen neuen Besitzer und muss bis Ende April geräumt werden. „Wir haben alle Möglichkeiten im Dorf ausgeschöpft, um die Geräte unterzubringen. Viele Scheunen sind aber inzwischen umgebaut“, bedauert Friedhelm Fingerhut von der Interessengemeinschaft Heimatmuseum.

Häckselmaschine, Gabelwender, Rübenmühle und Kartoffelsortiermaschine sollen nun verkauft werden. Auch für den Grasmäher mit Handablage, einen Düngerstreuer für Pferdezug, Holzjauchefass, einen schweren Pferdeschlitten sowie etliche eisenbereifte Wagenräder werden Interessenten gesucht.

„Die historischen Geräte sollen nicht verschrottet werden“

Schweren Herzens müssen sich die Museumsfreunde zudem von verschiedenen Pflügen wie Kultivator, Kartoffelpflug, Jätepflug, Häufelpflug für Kartoffeln und Rüben sowie mehreren Eggen trennen. „Die historischen Geräte sollen nicht verschrottet werden. Uns liegt daran, dass sie erhalten werden“, erklärt Heinrich Figge. Bevor sie abgegeben werden, sollen alle Geräte noch einmal fotografiert werden.

Bei einem Arbeitseinsatz wurde die Scheune bereits aufgeräumt. Nun folgt noch das Inventar. Mit vielen Einzelstücken sind wehmütige Erinnerungen an alte Zeiten verknüpft. Friedhelm Fingerhut beispielsweise denkt gern an seine Lehre in der Landwirtschaft zurück, die er 1959 beendete. „In unserer Ausbildung haben wir noch mit Pferden gearbeitet.“ Mit einigen Geräten wie sie im Museum ausgestellt waren, hat er damals selbst gearbeitet.

Heimatmuseum im Jahr 1969 gegründet

Das Heimatmuseum im heutigen Waldecker Stadtteil Höringhausen wurde im Jahr 1969 gegründet. Ein Mitbegründer war damals Heinrich Figge, der im Stadtarchiv Korbach und weiteren Archiven viel über die Geschichte seines Heimatortes forscht.

In der ehemaligen Feuerwehrgarage sind eine alte Handdruckpumpe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, eine Dreschmaschine und ein Deutz-Traktor aus den 1950er Jahren zu besichtigen. Die übrigen Großgeräte, die nun schweren Herzens abgegeben werden, sind noch in der Scheune ausgelagert.

Nähstube und historisches Handwerk in den Museumsräumen in Höringhausen

Im Dachgeschoss des Heimatmuseums ist eine Wohnung mit Küche, Vorratskammer, Bad, Nähstube, Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer eingerichtet, in der das häusliche Leben unserer Vorfahren dargestellt wird.

Über die Vielfalt des historischen Handwerks in den heimischen Dörfern können sich Besucher in Stellmacherei, Schusterwerkstatt und Sattlerei informieren.

Ein weiteres Augenmerk der Sammlung wird auf Hausschlachtungen gelegt, die früher mindestens einmal jährlich in fast jedem Haushalt üblich waren. Daneben gibt es eine große Auswahl an Küchengeräten und eine Waschküche zu besichtigen.

Sammlung nach Vereinbarung zu besichtigen

Der Schulgeschichte ist eine besondere Ausstellung gewidmet. Zahlreiche historische Unterlagen wie Fotografien, Berichte und Archivalien dokumentieren die Historie des Dorfes, das bis zum Jahr 1866 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte. Das Museum in Höringhausen kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Kontakt für Museumsbesuche und ausführliche Informationen zur Abgabe der historischen Geräte: Anneliese Laartz (Tel. 05634/91233), Friedhelm Fingerhut (05634/7410), Heinrich Figge (05634/995141) wenden. (Jörg Schüttler)

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