Investoren planen 15-Millionen-Projekt

Ministerpräsident Bouffier: Regionalentwicklungplan geändert für neue Seilbahn am Edersee

Bläserklang zur Begrüßung: Ministerpräsident Volker Bouffier (Vierter von links) bei seinem Besuch am Edersee anlässlich einer Rundfahrt mit der CDU.
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Bläserklang zur Begrüßung: Ministerpräsident Volker Bouffier (Vierter von links) bei seinem Besuch am Edersee anlässlich einer Rundfahrt mit der CDU.

Es kommt überraschend Fahrt auf bei den Plänen für eine neue Seilbahn am Edersee von der Waldecker Bucht hinauf zur Burg.

  • Ministerpräsident Volker Bouffier sagte bei einem Besuch am Edersee, dass der Regionalentwicklungsplan überarbeitet wurde, um den Bau einer neuen Seilbahn zu ermöglichen.
  • Eine Investorengruppe plant eine 15 Millionen Euro teure Seilbahn von der Waldecker Bucht hinauf zur Burg.
  • Ministerpräsident Bouffier sagte, Wassersparmodelle für eine vollere Talsperre zeigten Erfolge.

Edersee –Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagte bei einem Besuch am Edersee, dass die Voraussetzungen für das 15-Millionen-Projekt einer Investorengruppe geschaffen werden. „Wir haben den ganzen Regionalentwicklungsplan umgestrickt, damit dort etwas gemacht werden kann.“

Der Ministerpräsident bekräftigte im Gespräch mit der WLZ: „Wir wollen das.“

Ministerpräsident Bouffier: „Es geht hier gut aufwärts“

Projekte wie dieses schränkten grundsätzlich eine weitere Entwicklung der Landschaft ein. Aber wenn bereits eine Seilbahn vorhanden sei, „dann ist es ja nicht sinnvoll, auf dem technologischen Stand von „anno dunnemal“ zu bleiben sondern es muss modern sein, es muss sicher sein und attraktiv. Und genau das haben wir in den Plan hineingeschrieben, und das wird kommen“.

Waldeck-Frankenberg als tourismusstärkster Landkreis Hessens habe sich sehr gut entwickelt. Vom Wintersportort Willingen, wo das Land mit Millionen den Bau der Schanze förderte, bis hin zum Edersee und dem Nationalpark werde eine interessante Mischung geboten. Bouffier: „Es geht hier gut aufwärts, das ist zu Recht eine Region, für die wir werben.“

Keine Hessenmarke sondern Regionalität

Auch im Landtag sei sie bestens bekannt. „Sie gehört staatsrechtlich zu Hessen, aber es ist Waldeck“, sagt der Ministerpräsident mit einem Schmunzeln. „Das haben ziemlich alle verstanden, bis hin zum Waldecker Lied, das ist ein Exportschlager.“

Von einer Hessenmarke im Tourismus hält Bouffier nichts. „Von hier bis runter zum Neckar – das ist eine komplett andere Welt“, vergleicht er. „Deshalb versuchen wir nicht krampfhaft eine Hessenmarke zu installieren sondern wir bleiben bei der Regionalität und stellen die Schwerpunkte heraus.“

An Oberweser Mindestwasser halten.

Bei dem stetigen Ringen um mehr Wasser im Edersee seien durch Wassersparmodelle Erfolge sichtbar. Gut voran gekommen sei man durch das Anheben der Triggerlinie. So sei weniger Wasser aus der Talsperre abgeflossen. Es soll weiter beobachtet werden, ob sich das stabilisiere. Aber auch andere Maßnahmen seien nötig. „Wir müssen an der Oberweser versuchen, Mindestwasser zu halten, aber auf der anderen Seite auch gewisse Zeiten einzuschränken,“ merkt Bouffier an.

An Bord des Fahrgastschiffs „Ederseestar“ erlebt der Ministerpräsident am Freitagabend den ungewöhnlich gut gefüllten Edersee im September. Bei der Rundfahrt hatte sich die CDU mit den heimischen Wahlkreiskandidaten auf die Bundestagswahl eingestimmt.

Bouffier schließt Lockdown bei steigenden Corona-Zahlen aus

Sorge vor einer neuen Corona-Welle mit drastischen Einschränkungen wie im vorigen Jahr zerstreut der Ministerpräsident. „Wir sind auf gutem Weg, aber wir sind noch nicht durch. Aber wir haben überhaupt keinen Anlass zur Panik.“ Bouffier rechnet nicht mit einem sehr hohen Anstieg der Infektionszahlen. „Wir werden auf gar keinen Fall noch mal einen Lockdown machen, das wird es mit mir nicht geben.“

Schulen und Kitas sollen geöffnet bleiben, die 2G-Regel sei für Geschäftsleute und Gastronomen freiwillig, und soll es nach Angaben Bouffiers auch bleiben.

Bei Impfungen nur in kleinen Schritten vorn

Bei den Impfungen komme man derzeit nur mit kleinen Schritten voran. Im Fokus sind Menschen, die noch unentschlossen sind. Bouffier zur Impfquote: „Ich erwarte, dass wir über 70 Prozent kommen, wenn ich die Genesenen dazu zähle, sind wir eh schon weiter.“ Bei den Schülern zwischen 12 und 17 Jahren seien aktuell knapp 40 Prozent bereits geimpft.

Impfgegner erreiche er nicht. „Wir haben in den Netzwerken teilweise eine Verhetzung“, beobachte der Landespolitiker. „Dort versuchen wir aufzuklären.“ Aber das funktioniere nur in kleinen Schritten, deswegen seien mobile Einheiten im Einsatz. Wenn die Tests bezahlt werden müssten und im Herbst und Winter die Freizeitmöglichkeiten für Ungeimpfte eingeschränkt sind, könnte dies bei einigen Ungeimpften zum Umdenken führen.

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