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Preisschub: Marktplatz in Waldeck erhält Vorrang vor anderen Bauprojekten der Stadt

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Von: Matthias Schuldt

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Die Bauarbeiten am Waldecker Marktplatz schreiten voran. Damit sich das nicht ändert, hat die Stadt Waldeck ihre Projektliste für das Landesförderprogramm „Lebendige Zentren“ spontan verändert und im Antrag 2022 den Rotstift angesetzt.
Die Bauarbeiten am Waldecker Marktplatz schreiten voran. Damit sich das nicht ändert, hat die Stadt Waldeck ihre Projektliste für das Landesförderprogramm „Lebendige Zentren“ spontan verändert und im Antrag 2022 den Rotstift angesetzt. © Matthias Schuldt

Mit heißer Nadel strickten Stadtverwaltung und das Büro „Projektstadt“ Donnerstag einen Plan, um den Baupreis-Schub auszugleichen, der auch die Arbeiten am Marktplatz Waldeck betrifft.

Waldeck – Am Abend legten sie das Papier den Stadtverordneten in deren Sitzung in der Stadthalle Sachsenhausen vor„Lebendige Zentren“ heißt das hessische Förderprogramm, aus dem die Umgestaltung finanziert wird.Die Stadtteile Waldeck und Sachsenhausen wurden als Kombi-Projekt für zehn Jahre ins Programm aufgenommen. In der Summe erwartet die Stadt in dem Jahrzehnt mehr als 6 Millionen Euro an Zuschüssen..

Für das Jahr 2021 hatte sie davon insgesamt 1,125 Millionen Euro angefordert. Vom Land bewilligt wurden 1,026 Millionen Euro. Neben dem Marktplatz selbst hatte die Stadt mit dem koordinierenden Büro „Projektstadt“ die Planungskosten für die Waldecker Schulstraße, die Erweiterungsfläche Grundstück Meyer und die Sanierung des dazugehörigen Gewölbekellers in der 2021er Liste aufgeführt.

Mehr als 500 000 Euro fehlen in der Kalkulation für den Umbau des Marktplatzes Waldeck

Für den Marktplatz selbst standen von der guten Million rund 764 000 Euro zur Verfügung. „Inhaltlich hat das Land auch alle übrigen Punkte bewilligt“, erläuterte Ingolf Linke von „Projektstadt“ der Stadtverordnetenversammlung. So weit so gut.

Am Donnerstag flatterte jedoch den Verantwortlichen die aktuelle Kostenschätzung zum Markplatz herein – wohlgemerkt ohne die Fläche Meyer und ihren Gewölbekeller: 1,31 Millionen Euro setzt das beauftragte Planungsbüro „Greenbox“ nun für die Arbeiten an. Damit fehlen satte 545 000 Euro in der Finanzierung.

Waldeck speckt Förderantrag „Lebendige Zentren“ für 2022 ab

Woher nehmen? Die Verantwortlichen schlugen vor, den Förderantrag für das Jahr 2022 abzuspecken, um mit dem eingesparten Geld die Arbeiten am Waldecker Marktplatz vorrangig voranzutreiben.

Prominentestes Element der Streichliste: die Sanierung und das Aufwerten des Sachsenhäuser Rathauses und seines Umfeldes einschließlich Erneuerung des Daches und der Fassade. Die dafür kalkulierten 300 000 Euro sollen auf die nächsten Jahre verschoben werden.

Rastplatz am Edersee-Bahnradweg aus anderem Fördertopf finanzieren

200 000 Euro fallen darüber hinaus weg für die „Sanierung und Nachnutzung leerstehender oder mindergenutzter Pensionen und Hofanlagen“ mit Schwerpunkt Sachsenhausen. Der Verzicht auf diesen Punkt fiel leicht, weil laut Hauptamtsleiter Claus Wetekam kein konkretes Vorhaben dazu in Sicht ist und das Land diesen allgemein gehaltenen Teil daher nicht bewilligt hätte.

Drittes Streichresultat für 2022: das Schaffen eines wettergeschützten Rastplatzes für Radfahrer entlang des Edersee-Bahnradweges an der Kreuzung Radweg/Freienhagener Straße. Die gute Nachricht: „Wir können für dieses Projekt andere Fördertöpfe anzapfen“, sagte Bürgermeister Jürgen Vollbracht. Auf Nachfrage aus dem Parlament fügte er hinzu, der Förderprozentsatz in dem anderen Programm falle für den Rastplatz sogar höher aus als in den „Lebendigen Zentren“. Wie lange es dauert, bis Geld aus dem alternativen Zuschuss-Topf bereit steht, kann momentan allerdings niemand sagen.

Kritik aus der Stadtverordnetenversammlung am Landesprogramm „Lebendige Zentren“

Wie viel von der Gesamtfördersumme aus den „Lebendigen Zentren“ fürs jeweils aktuell Jahre frei gegeben wird, unterscheidet sich. Die Abstimmung zwischen dem Land und den Zuschuss-Empfängern läuft mündlich, die schriftlichen Bewilligungen hinken zeitlich hinterher.

Martin Merhof (FDP) kritisierte das. Ingolf Linke vom Koordinierungsbüro machte aber klar , dass diese Vorgehensweise für das Programm üblich sei und man damit auch gut arbeiten könne.

Jürgen Schanner (Grüne) sah darin ebenfalls kein Problem. Wichtig sei es, sich jetzt erst einmal auf den Marktplatz in Waldeck zu konzentrieren. Einstimmig segneten die Stadtverordneten deshalb die vorgelegte Streichliste für den Förderantrag 2022 ab. (Matthias Schuldt)

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