Verteidigung legt Revision ein

Mit Tischbein Kumpel krankenhausreif geprügelt: drei Jahre Haft für Waldecker

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Der Angeklagte und sein Anwalt haben Revision gegen das am Landgericht Kassel gesprochene Urteil eingelegt.

Waldeck/Kassel – Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Kassel einen 31-jährigen Mann aus Waldeck verurteilt.

Die von der fünften Strafkammer festgesetzte Dauer: drei Jahre und zwei Monate. Zwei Monate davon gelten bereits als verbüßt an, weil sich das Verfahren derart in die Länge gezogen hat. In das Urteil floss eine vom Amtsgericht Eschwege ausgesprochene Strafe wegen Körperverletzung mit ein.

Der mehrfach einschlägig vorbestrafte, gebürtige Wolfhager hatte im Juni 2014 gemeinsam mit einem Bekannten in dessen Wohnung in Waldeck gezecht. Beide hatten in einem früheren Prozess auch schon als Angeklagte gemeinsam vor Gericht gestanden.

Im Verlauf des Abends war es zum Streit zwischen den beiden jungen Männern gekommen, in dessen Verlauf der Angeklagte dem anderen einen Schlag gegen den Kehlkopf versetzte, ihn mit einem Schraubendreher attackierte und ihn schließlich mit einem hölzernen Tischbein derart schlug, dass der Geschädigte Frakturen und Prellungen davontrug.

Über den Auslöser des Streites machten Angeklagter und Geschädigter sehr unterschiedliche Angaben. Der 31-Jährige gab an, er habe auf der Toilette gesessen, als der Bekannte plötzlich mit einem Messer zuerst auf die Tür, später dann auch auf ihn eingestochen habe. Er habe sich mit einem Tritt gegen die Brust zur Wehr gesetzt, was dann in eine üble Schlägerei gemündet sei.

Der Geschädigte wiederum gab an, man habe zusammen getrunken als der Angeklagte plötzlich die Zahl „42“ gehört haben will. Diese Zahl habe ihm erzählt, er müsse jetzt sofort auf seinen Gegenüber einschlagen.

Das hatte der 31-Jährige dann auch ausgiebig getan. Selbst für Verteidiger Markus Mauermann blieb das Motiv seines Mandanten im Ungewissen.

Die Psychiaterin Birgit von Hecker, Leiterin der Forenischen Psychiatrie im Krankenhaus in Bad Emstal, hatte allerdings in ihrem Gutachten keinerlei Hinweis darauf gefunden, dass der Angeklagte an einer Psychose leiden oder anderweitig psychisch krank seien könnte. Sie hatte ihm daher uneingeschränkte Steuerungs- und Schuldfähigkeit attestiert.

Vor diesem Hintergrund sah die fünfte Strafkammer von Richter Jürgen Stanoschek auch keinen Grund, strafmildernde Umstände anzunehmen und verurteilte den Angeklagten zu der über dreijährigen Haftstrafe.

Ob das Urteil Bestand hat, wird sich zeigen: Verteidiger Mauermann hat bereits Revision eingelegt. -tom-

Hintergrund

Die Zahl "42" bezieht ihre besondere Stellung aus der Literatur: Douglas Adams´ Science-Fiction-Parodie "Per Anhalter durch die Galaxis". Die 42 wird dort beschrieben als die "Antwort auf alles". Das Problem: Niemand kennt die Frage. Und der Supercomputer, der dieser Frage auf den Grund gehen sollte, wurde wegen des Baus einer Hyperraum-Umgehungsstraße vernichtet: die Erde. Vor diesem Hintergrund gilt die 42 unter Software-Entwicklern als magische Zahl.

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