Dicke Bretter bohren für die Landwirte

Sachsenhäuser Karsten Schmal kandidiert für Amt des Vizepräsidenten beim Deutschen Bauernverband

Landwirt aus Leidenschaft: Nach einer arbeitsreichen Woche im Dienst der hessischen Bauern zieht es Karsten Schmal immer in den heimischen Kuhstall. Foto: Höhne

Waldeck-Sachsenhausen. Ein Landwirt aus  Waldeck  will Vizepräsident beim Deutschen Bauernverband werden. 

Seit knapp drei Jahren setzt sich Karsten Schmal als Präsident des Hessischen Bauernverbands mit ganzer Kraft für seine Berufskollegen im gesamten Bundesland ein. Und der 52-Jährige ist bereit für weitere Aufgaben: Beim Deutschen Bauerntag am 27. Juni in Wiesbaden kandidiert der Diplom-Landwirt für das Amt des Vizepräsidenten beim Deutschen Bauernverband.

Das DBV-Präsidium schlägt den Nordhessen als einzigen Kandidaten vor. Schmal zeigt sich bei seinem „Heimspiel“ in der hessischen Landeshauptstadt optimistisch, aber keineswegs siegesgewiss. Aus den Reihen der 610 Delegierten könnten spontan auch andere Wahlvorschläge kommen, gibt der Sachsenhäuser zu bedenken. Hessen mit 33 Delegierten sei gegen starke Verbände wie Bayern (116) und Niedersachsen (92) ein deutlich kleinerer Partner.

„Mein Hobby ist das Melken“

Der Sachsenhäuser ist Landwirt aus Leidenschaft, auf dem heimischen Hof genauso wie bei der Arbeit im Berufsverband. „Ich versuche, vieles zu bewegen für meine Bauern.“ Zu Tagungen, Kongressen und Arbeitssitzungen im In- und Ausland ist er unterwegs, fährt 80 000 bis 100 000 Kilometer im Jahr. Drei Aushilfsfahrer bringen ihn mit dem Dienstwagen von Termin zu Termin. Dazu kommen 30 bis 40 Zugfahrten und einige Flüge. Der weiteste Flug ist im Oktober geplant – nach Südkorea.

Das Amt des Vizepräsidenten im DBV sei eine besondere Herausforderung, weil die Agrar-Regionen so vielschichtig und unterschiedlich seien. „Da sind großen LPGs im Osten und die vielen kleinen Betriebe im Süden. Das Thema Glyphosat beherrscht die Diskussionen im Norden, und die Anbindehaltung ist das große Problem im Süden.“

Einige Themen brennen dem Vorsitzenden des Fachausschusses Milch besonders unter den Nägeln. „Im Bereich Milch müssen wir es schaffen, mit dem Lebensmitteleinzelhandel eine andere Wertschätzung zu bekommen. Und das nächste dicke Brett ist eine bessere Öffentlichkeitsarbeit – wir müssen die die Bevölkerung mitnehmen und erklären, wie moderne Landwirtschaft aussieht.“

Nach einer Sechs-Tage-Woche rund um Landwirtschaft sucht Schmal am Wochenende Entspannung im heimischen Kuhstall. „Mein Hobby ist das Melken“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Viele Themen diskutiert Hessens Bauernpräsident daheim im Familienkreis, holt sich gern Rat für eine Rede. „Meine Frau ist der größte Kritiker, den ich habe.“ Seine Familie unterstütze voll und ganz sein Engagement beim Berufsverband.

Glücklich ist der Agraringenieur, dass sein 21 Jahre alter Sohn, ein angehender Agrartechniker, in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist. Mit ihm kümmern sich eine Voll- und eine Teilzeitkraft, ein Auszubildender und Ehefrau Doris darum, dass der Hof mit 235 Hektar Land und 190 Milchkühen samt Nachwuchs  reibungslos weiter bewirtschaftet wird.

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