Karnevalsgesellschaft gegen Gerüchte:

Keine Belege für Einsatz von „K.o-Tropfen“ in der Sachsenhäuser "Nacht der Narren"

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Gerüchte um K.o.-Tropfen: Sie machten nach der „N acht der Narren“ (hier ein Ausschnitt aus dem Bühnenprogramm) die Runde. Die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß tritt dem nun offiziell entgegen.

Sachsenhausen – Die Karnevalgesellschaft Rot-Weiß kämpft mit Gerüchten um ihre "Nacht der Narren" vorm Rosenmontag.

Wer das Gerücht aufgebracht hat, weiß Rüdiger Meyer nicht, „aber es hat sich per Mundpropaganda verbreitet. Auf der Conti machte es auch schon die Runde“, berichtet der Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Sachsenhausen: Bei der „Nacht der Narren“ in der Stadthalle am Karnevalswochenende vor Rosenmontag seien junge Leute Opfer von K.o.-Tropfen geworden, erzählt man sich.

„Das stimmt nicht!“, unterstreicht Meyer und tritt im Namen des Vereins den Spekulationen offiziell entgegen. Der Vorstand habe eigens bei der Polizei nachgefragt. Die Pressestelle der Korbacher Polizeidirektion bestätigt auf WLZ-Anfrage, dass keinerlei Anzeigen im Zusammenhang mit der „Nacht der Narren“ eingegangen seien. WLZ-Informationen zufolge fuhren Rettungswagen im Zuge der Karnevalsparty vier Mal vor. Keine außergewöhnliche Zahl, wenn so viele Menschen über Stunden hinweg zum Beispiel Karneval feiern und dabei Alkohol trinken, sagen erfahrene Rettungsassistenten. Dem Vernehmen nach wurden zwei Personen wegen der Folgen des Trinkens behandelt und zwei weitere wegen Kreislaufproblemen.

„Beim Einsatz von K.o.-Tropfen wären sicher eher Mädchen betroffen gewesen“, meint Rüdiger Meyer außerdem.

Für Rettungskräfte und Ärzte wäre die Einnahme von K.o.-Tropfen dem äußeren Anschein der Patienten nach nicht ohne Weiteres von einem reinen Alkoholrausch zu unterscheiden. Bei Verdacht auf gewollten oder ungewollten Konsum solcher Substanzen empfahl die „Ärzte-Zeitung“ daher vor Jahren schon die rasche Entnahme von Blut-, Urin- und Haarproben, um den Beweis führen zu können.

Rüdiger Meyer geht davon aus, dass die Rettungseinsätze während der Party allein auf Alkoholfolgen oder auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen waren. In Bezug auf den Alkoholgenuss selbst treffe der Verein Vorkehrungen. Je nach Alter erhielten die Gäste Armbändchen unterschiedlicher Farbe und damit als Jugendliche entweder keinen Zugang zu Alkohol oder ab 16 nur zu bestimmten Arten.

Ein Sicherheitsdienst überprüfte die Ausweise und habe darüber hinaus darauf geachtet, dass Gäste nicht schon mit zu hohem Pegel in die Stadthalle gelangten. Auch die Bedienungen an der Theke hätten ein Auge darauf gehabt, dass niemand, der schon sichtlich zu stark alkoholisiert gewesen sei, noch mehr Alkohol erhielt, erläutert Meyer. -su-

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