Freiheitsstrafen und Bußgelder verhängt

Schwarzarbeit in Waldeck-Frankenberg: Zoll deckt Verluste in Millionenhöhe auf

Beamte des Zolls
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Zollbeamte decken Schwarzarbeit auf. (Symboldbild)

Schäden für den Fiskus und die Sozialkassen in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro hat das Hauptzollamt Gießen im vergangenen Jahr in seinem Zuständigkeitsbereich aufgedeckt. Das geht aus dem Jahresbericht 2019 hervor.

Waldeck-Frankenberg – Auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg gehört zu dem Gebiet, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sogenannten „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ (FKS) bei Überprüfungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gesetzesverstöße feststellen. Insgesamt verhängten die Gerichte wegen der Delikte im vergangenen Jahr 24 Jahre Freiheitsstrafe. Die Bußgelder und Geldstrafen beliefen sich auf 279 000 Euro. Spezielle Finanzermittler sicherten Vermögenswerte von mehr als 1,4 Millionen Euro.

Konkrete Daten für Waldeck-Frankenberg gibt es zwar nicht. Stattdessen weist Michael Bender, Pressesprecher beim Hauptzollamt Gießen im Gespräch mit unserer Zeitung noch auf die bundesweiten Zahlen hin. Demnach hätten die Mitarbeiter des Zolls im vergangenen Jahr in Deutschland Schäden durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in Höhe von 755 Millionen Euro aufgedeckt.

Allerdings gibt es an dieser Zahl auch Kritik. So lagen die festgestellten Schadenssummen in Deutschland 2018 noch bei fast 835 Millionen Euro, 2017 waren es 967 Millionen Euro. Umgekehrt ist die Entwicklung bei den Kosten: 2019 lag die Summe für die Unterhaltung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Deutschland bei fast 470 Millionen Euro. Damit verdoppelte sie sich seit 2010, vor allem wegen der höheren Personalkosten. Frank Buckenhofer, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Zoll, hatte die Entwicklung auf „tagesschau.de“ mit folgenden Worten kritisiert: „Die FKS wird derzeit nur teurer, aber nicht effizienter.“

Darauf angesprochen, wirft Bender den Blick wieder auf die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Gießen. Dort sei 2017 ein Gesamtschaden von 57,5 Millionen Euro und 2018 von 51 Millionen Euro aufgedeckt worden. „Somit liegen unsere Ergebnisse annähernd auf einem gleichbleibenden und hohen Niveau.“ Die Schwarzarbeitsfahnder der FKS leisteten einen guten und unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.

Auch Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze verurteilt die kriminellen Machenschaften und weist unter anderem auf immense Schäden für das Wirtschaftssystem hin.

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