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Fest auf der Waldecker Burg zur Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee

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Von: Cornelia Höhne

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Vor der Erweiterungsfläche: Landrat Jürgen van der Horst, Nationalparkleiter Manuel Schweiger, Ministerin Priska Hinz und Bürgermeister Jürgen Vollbracht.
Vor der Erweiterungsfläche: Landrat Jürgen van der Horst, Nationalparkleiter Manuel Schweiger, Ministerin Priska Hinz und Bürgermeister Jürgen Vollbracht. © Cornelia Höhne

Mit Festakt und Festprogramm wurde am Sonntag, 15. Mai, die Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee auf Schloss Waldeck gefeiert.

Waldck - Bereits im Oktober 2020 sind mit Inkrafttreten der neuen Nationalpark-Verordnung 1950 Hektar hinzugekommen. Wegen der Pandemie wurde das nun mit Verspätung gewürdigt und mit Kaiserwetter belohnt.

Der Nationalpark ist auf 7688 Hektar angewachsen und erstreckt sich nun auch nördlich und östlich des Edersees – von den Hängen des Ittertals entlang des nördlichen Ederseeufers bis zur Nieder-Werber Bucht und von dort über die Stadt Waldeck nach Süden bis zum Affolderner See.

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee Lebensraum für Wildkatze und Schwarzstorch

Hessens Umweltministerin Priska Hinz sagt in der Feierstunde im Rittersaal der Waldecker Burg: „Mit der Erweiterung geben wir Tierarten, die große und unberührte Naturwälder benötigen, mehr Lebensraum. Hierzu zählen neben der Wildkatze und dem Schwarzstorch auch Urwaldreliktarten wie der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer.“ Zügig und unter Einbindung der vielfältigen Interessensgruppen sei die Erweiterung umgesetzt worden.

Auf 7688 Hektar erweitert: Nationalparkleiter Manuel Schweiger bei der Eröffnung des Festakts.
Auf 7688 Hektar erweitert: Nationalparkleiter Manuel Schweiger bei der Eröffnung des Festakts. © Cornelia Höhne

Nationalparkleiter Manuel Schweiger betont, dass mit den Erweiterungsflächen – insbesondere den Steilhängen am Edersee – besonders schützenswerte Bereiche mit einmaligen Urwaldrelikten aufgenommen wurden.

Bürgermeister Vollbracht: Neu hinzugekommene Flächen sind „die Schönsten des Nationalparks“

Die Redner des Festakts sind sich einig, dass die Erweiterung des Nationalparks auch über die Kreisgrenzen hinaus Strahlkraft hat. „Ob Nationalparkzentrum, das Buchenhaus am Wildtierpark oder die Kellerwalduhr – der Nationalpark bietet einen unvergleichlichen Lern- und Lehrort für junge und etwas ältere Naturfreunde“, sagte Landrat Dr. Jürgen van der Horst.

„Fräulein Brehms Tierleben“: Theatervergnügen mit wissenschaftlichem Hintergrund.
„Fräulein Brehms Tierleben“: Theatervergnügen mit wissenschaftlichem Hintergrund. © Cornelia Höhne

Waldeck wurde mit der Erweiterung des Schutzgebiets Nationalparkstadt. Bürgermeister Jürgen Vollbracht merkt schmunzelnd an: „Die Flächen, die dazu gekommen sind, sind auch die schönsten Teile des Nationalparks.“ Leider seien die Ortsschilder für die Nationalparkstadt noch immer nicht geliefert worden. Die Akzeptanz, und Identifikation der Anrainer mit dem Schutzgebiet – vor allem in den Städten und Gemeinden nördlich und östlich des Edersees – ist laut Vollbracht noch einmal verstärkt worden.

Mit einem launigen Streifzug durch das Leben der Wildkatze umrahmt das Theaterstück „Fräulein Brehms Tierleben“ den offiziellen Teil, der von Ex-Nationalparkleiter Manfred Bauer moderiert wird. Im Anschluss führt ein Spaziergang mit der Ministerin durch die Erweiterungsflächen des Schutzgebiets.

Wanderungen ins Erweiterungsgebiet

Ein buntes Festprogramm für große und kleine Gäste lud zum Entdecken und Mitmachen ein.

Bei geführten Wanderungen wurde das Erweiterungsgebiet erkundet. Zum Einchecken für tierische Gäste wurde im Schlossgarten ein Insektenhotel aufgestellt. Kleine Insektenhotels konnten an Ort und Stelle gebaut und Saatkugeln für den heimischen Garten gebastelt werden.

Natur pur: Nationalpark-Mitarbeiterin Nicole Backhaus wirbt mit Lehmbällchen, gefüllt mit Wildblumenmischungen für Bienenweiden in heimischen Gärten.
Natur pur: Nationalpark-Mitarbeiterin Nicole Backhaus wirbt mit Lehmbällchen, gefüllt mit Wildblumenmischungen für Bienenweiden in heimischen Gärten. © Cornelia Höhne

Umfangreiche Informationen präsentierte neben dem Nationalpark auch der Naturpark Kellerwald-Edersee – zum Thema Bienen und mit seinem Kellerwaldwagen. Spiele, Kinderschminken und das Stück „Oh wie schön ist Panama“ vom Figurentheater Gingganz lieferten gute Unterhaltung für die kleinen Besucher. Das Improvisationstheater mit Imro KS Kassel und die Stiftung Fräulein Brehms Tierleben mit dem Stück „Hymenoptera – Die wilden Bienen“ umrahmten das Programm.

Musikalisch unterhielt der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Höringhausen ab dem Nachmittag die zahlreichen Besucher.

Motorik und Sensorik waren bei den Mitmachstationen der Aktion für behinderte Menschen und auf dem Barfußpfad gefragt. Beim Memory ging es um heimische Tierarten aus Feld und Walde. Für das leibliche Wohl der Festgäste sorgten regionale Anbieter und die Gastronomie auf Schloss Waldeck. (Cornelia Höhne)

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