Beliebtes Programm letztmals in 2019 am derzeitigen Standort

Seltener Schmetterling verzögert Neubau der "Kirche im Grünen" auf Halbinsel Scheid

Der markante Kirchenbau auf der Halbinsel Scheid: 2019 ist die letzte Saison am alten Standort. Archivfoto: Höhne

Waldeck-Scheid. Die Pläne für den Neubau der „Kirche unterwegs“ liegen schon seit Jahren vor, die Finanzierung ist gesichert, aber das Baurecht noch nicht hergestellt.

Peter Dietrich, Leiter der Kirche im Grünen ist darüber enttäuscht. Die Saison in 2019 sei die Letzte am bisherigen Domizil, kündigte er an. Ab 2020 werde die Kirche dort keine Veranstaltungen mehr durchführen können. Die Arbeit müsse dann so lange pausieren, bis der Neubau fertiggestellt ist.

„Es ist bedauerlich, dass man es seitens der Stadt Waldeck nicht geschafft hat, den Bebauungsplan in den letzten drei Jahren zu ändern,“ sagte Dietrich, der seit 1995 bei der „Kirche im Grünen“ tätig ist.

In die bisherigen Gebäude sei seit der Entscheidung für einen Neubau, nichts mehr investiert worden. Der Beschluss der Landeskirche für das Projekt sei „ein deutliches Zeichen für den Tourismus und unsere Arbeit am Edersee“. Dietrich bekräftigt: „Das ist gar nicht hoch genug zu bewerten.“

Für die Verzögerung habe er kein Verständnis: „Ich frage mich, ob es den politischen Entscheidungsträgern bewusst ist, was für ein bedeutendes Signal diese Entscheidung der Landeskirche für die Region war, angesichts der Einsparungen, welche die Kirche landauf, landab vornehmen muss.“

Auch für das Team auf Scheid sei die Situation belastend. „Wir haben jedes Jahr 70 bis 80 Mitarbeiter, die ehrenamtlich ihren Sommerurlaub opfern, um am Edersee für die Urlauber Programm zu machen.“

Der Neubau soll auf dem ehemaligen Campingplatz oberhalb der Liegewiese entstehen. Dort plant die Kirche ein Multifunktionsgebäude mit Gästezimmern, Tagungsräumen und mehr. - Von Jörg Schüttler

"Russischer Bär" durchkreuzt Pläne der "Kirche im Grünen"

Eine seltene Schmetterlingsart durchkreuzt derzeit die geplante Änderung des Bebauungsplans auf der Halbinsel Scheid. Das sagte Bürgermeister Jörg Feldmann auf WLZ-Anfrage. 

Das mit der Umweltstudie beauftragte Kasseler Büro habe auf den Falter mit dem Namen „Russischer Bär“ hingewiesen. Dieser nachtaktive Langstreckenflieger – bekannt auch unter seinem Zweitnamen „Spanische Flagge“– sei nur im Juli und August auf der Halbinsel zu beobachten. „Er muss jetzt kartiert werden,“ betont Feldmann. 

Der Auftrag über 10 000 Euro sei vergeben. Der Abschlussbericht werde im Herbst erwartet. Damit seien dann alle Unterlagen für eine Offenlegung der B-Planänderung beisammen. „Wenn alles toll läuft, könnte es in der letzten Sitzung des Stadtparlaments im Dezember auf der Tagesordnung stehen – dann wäre das Baurecht da.“ 

Der Bürgermeister bedauerte die Zeitverzögerung, aber „für eine Bauplanänderung muss man inzwischen eineinhalb Jahre einkalkulieren“. Für den in 2014 angestoßenen Neubau habe zunächst die Kirche einige Zeit benötigt, bis die Finanzierung sicher war. Nach dem entscheidenden Beschluss der kirchlichen Gremien war dann der Haushalt der Stadt Waldeck bereits aufgestellt, „so dass wir in 2017 nichts mehr machen konnten“. 

Der Plan soll nicht nur für die „Kirche im Grünen“ geändert werden sondern auch die Voraussetzungen für das Modellprojekt Hesse schaffen. Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes könnten dann 20 Ferienhäuschen gebaut werden – nach unterschiedlichen Entwürfen von 22 Architekten aus der ganzen Welt. „Das ist schon eine Herausforderung für unseren Bebauungsplan“, merkt Feldmann an. (höh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare