Poetry Slam auf der Bühne

Start in den Waldecker Kultursommer mit Wortakrobaten aus Sachsenhausen und Berlin

Poetry Slam beim Waldecker Kultursommer: Mit seinem ergreifenden Vortrag über Mobbing holte sich Marvin Seeligmann aus Kassel den Sieg. Foto: Nadja Zecher-Christ

Waldeck-Sachsenhausen. Mit einem Poetry Slam startete das unterhaltsame Programm im Rahmen des zweiten Waldecker Kultursommers im gutbesuchten Veltum V-Cube in Sachsenhausen.

Die Veranstaltung wurde vom WaJuKu (Förderverein für Kinder, Jugend und Kultur Waldeck) in Kooperation mit dem Jugendhaus Korbach veranstaltet.

Sibylle Teuber-Blechschmidt eröffnete den Waldecker Kultursommer. Moderator Basti Hamel klärte auf, was die Zuhörer erwartete. „Poetry Slam ist Wortakrobatik“, sagte der Musiker. Texte könnten Prosa oder aus anderer Stilrichtung sein. „Egal, Hauptsache das geschriebene Wort wird vorgelesen.“

Stargast aus Berlin

Beim Wettbewerb gab es eine Vorrunde und eine entscheidende Finalrunde, bei der die Teilnehmer fünfminütige Texte vortrugen. Per „Applausometer“ entschied das Publikum über den Sieg. Stargast war die 23-jährige Poetry Slammerin Felicia „Fee“ Brembeck aus Berlin. Sie stimmte mit „Wenn schlau das neue schön wäre“, auf den kreativen Abend ein. Pubertierende Mädchen müssten dann keine Zeit und Geld verschwenden, um so aufregend zu sein, wie Models und könnten ihre Energie in Lesen, Lernen und Schlafen investieren.

Briefe und blinde Hühner

Yasmin Dienst und Marvin Seeligmann aus Kassel, Fabian (Richi-1) Richardt aus Melsungen und die Sachsenhäuser Dagma Kuncke und Lothar Albrecht traten gegeneinander an. Dagma Kuncke hatte Anekdoten ihrer „40-jährigen Lehrerinnenkarriere“ dabei. Yasmin erzählte bei „Liebste Anne“ von Briefschreiberin Kitti, die während des Nazi-Regimes vergebens auf Antwort von Anne Frank hofft.

Beim „wichtigsten Körperteil der Geschichte“ sinnierte Richi-1 über politische Kniefälle. Marvin widmete sich bei „Hallo Fremder Mann“ dem Thema Prostitution von Minderjährigen. Lothar Albrecht amüsierte mit Sprichwörtern, in die er die Phrase „ein blindes Huhn“ eingebaut hatte.

Gerüchte aus Sachsenhausen

Ins Finale erzählte Yasmin von fehlender morgendlicher Motivation, während Lothar, vieldeutige Gerüchte aus Sachsenhausen verbreitete. Marvin nahm „Mobbing“ in der Schule aufs Korn. Das Publikum war so ergriffen von seinem Vortrag, dass es ihn zum Sieg klatschte. Er trug noch seinen Siegertext „Bodyshaming“ vor, bei dem er klarmachte, dass einen kleine körperliche Macken einzigartig machen.

Nach dem offiziellen Teil plauderte Fee über Geschlechtergerechtigkeit. „Für mich soll's gleiche Rechte regnen, die Männer sollten mir mit Respekt begegnen“. Und bei „Heidis Horror Picture Show“ sahne nur ein Topmodel ab, nämlich Heidi Klum selbst.

Von Nadja Zecher-Christ

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