Frau und Mann aus Kassel angeklagt

Streit um Lautstärke in Waldecker Ferienwohnung eskaliert

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Am Korbacher Amtsgericht wird über eine eskalierte Geburtstagsfeier verhandelt.

Waldeck/Korbach. Eine Geburtstagsfeier in einer Ferienwohnung in der Stadt Waldeck soll im Oktober 2016 eskaliert sein und findet am Korbacher Amtsgericht ein juristisches Nachspiel.

Laut Anklage sollen ein heute 23-jähriger Kasseler und seine 30-jährige Exfreundin die Vermieterin an den Haaren zu Boden gezogen und dann getreten haben, verschiedene Stücke der Einrichtung sollen sie gestohlen, andere demoliert haben.

Vor Gericht erschien nur der 23-Jährige – seine Mitangeklagte hatte die Polizei nicht daheim angetroffen. Zu einem ersten Gerichtstermin war keiner der beiden erschienen: Der 23-Jährige führte das auf Zustellungsprobleme wegen eines Umzugs zurück.

Anlass für den Streit war die Lautstärke der Feier. Die Vermieterin hat laut Anklage eine Schädelprellung, eine Halswirbelsäulen-Zerrung und eine Prellung des Beckenkamms davongetragen. Die Angeklagten sollen ein Fernsehgerät, zwei Kissen, Bettdecken, einen Föhn und Schlüssel im Gesamtwert von 700 Euro mitgenommen haben, zerstört haben sie – so der Vorwurf – eine Duscharmatur, eine Spülmaschine und eine Dunstabzugshaube für zusammen 600 Euro.

Am gestrigen Prozesstag sagte lediglich der 23-Jährige aus: Er bestätigte, dass es zum Streit gekommen sei – doch so schlimm könne die Lautstärke nicht gewesen sein, da in der Wohnung ein Kind geschlafen habe. Körperlich sei die Auseinandersetzung erst geworden, als die Vermieterin das Zimmer des Kindes betreten habe: Er habe sie gepackt und „rausgestellt“, woraufhin sie ihn geohrfeigt habe. Das habe seine Ex erwidert, worauf die beiden Frauen sich „gekabbelt“ hätten.

Niemand habe die Vermieterin getreten. Zu Diebstählen und zerstörter Einrichtung könne er nichts sagen. Bei der Feier seien weitere Gäste gewesen, die alles gesehen hätten – nur wollten sie nicht als Zeugen aussagen, so der Kasseler. „Das sind Menschen, die jeden Tag arbeiten, die wollen mit der Polizei nichts zu tun haben“, lautet seine Begründung für ihr Fernbleiben.

Die Richterin setzte das Verfahren aus: Die fehlenden Zeugen sollen ermittelt und die 30-Jährige ausfindig gemacht werden.

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