Abgestorbene Äste wurden aus der Krone entnommen

Der Taucherbaum am Edersee hat den Pflegeschnitt gut überstanden 

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Der Taucherbaum am Edersee, nahe der Bärenbach-Mündung, präsentiert sich nach dem Pflegeschnitt eindrucksvoll im Gegenlicht der Wintersonne.

Edersee – Die Pflegearbeiten am Taucherbaum sind beendet. Eine öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige hatte die Eiche begutachtet. Auf der Grundlage der Expertise ließ das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) abgestorbene Äste durch Baumkletterer aus der Krone entfernen.

Die Fachleute agierten sichtlich behutsam. Die Taucher-Eiche behielt trotz der Eingriffe ihre charakteristische, das Landschaftsbild mitprägende Gestalt, wie Fotos des Baumes vor und nach dem Pflegeschnitt zeigen.

Die Taucher-Eiche voriges Jahr...

Das exakte Alter der Eiche ist unbekannt. Das Gutachten hält aber fest, dass sie sich in der „Alterungsphase“ befinde. Das Leben eines Baumes wird in drei Phasen eingeteilt: Jugend, Reife und Alterung. In Phase eins wächst er an bis zur Geschlechtsreife, in Phase zwei dehnt er sich entsprechend seines Standortes und seiner Art aus. Als alter Baum entwickelt er sich kaum weiter in die Höhe, sondern weist vorwiegend noch ein Reparaturwachstum auf (Quelle: www.baumpflege-lexikon.de).

Stiel- und Traubeneichen sind die heimischen und damit in Deutschland vorherrschenden Eichenarten, die sich aber oft schwer unterscheiden lassen. Experten diskutieren zudem darüber, ob es sich überhaupt um zwei unterschiedliche Arten handelt oder nur um die Anpassung derselben Art an verschiedene Lebensbedingungen. In dem Fall gehört der Taucherbaum höchstwahrscheinlich zu den Stieleichen. Sie kommen gut mit Staunässe und wechselnden Wasserständen bis hin zu Trockenheit klar. Weil Eichen viel Licht brauchen, unterliegen sie im Wettbewerb in Mitteleuropa zumeist der dominanten Buche – die allerdings im übertragenen Sinn nasse Füße ebenso schlecht toleriert wie Dürre.

Eichen werden im Idealfall bis zu 1000 Jahre alt und erreichen Höhen von bis zu 20 bis 40 Metern. Ihre weit in die Erde vorstoßenden Pfahlwurzeln sichern sie gegen Sturm und erschließen ihnen tief liegende Grundwasservorkommen (Quelle: Wikipedia).

Vor Krankheiten gefeit sind sie trotz ihrer sprichwörtlichen Stärke nicht: In einem Hohlraum im Stammfuß der Taucher-Eiche gedeiht der Pilz „Schwefelporling“. Das stellte die Gutachterin fest; ebenfalls ein Anlass für den Pflegeschnitt.

Obwohl die Eiche in der offenen Landschaft frei zugänglich steht und Besucher sich deshalb laut WSA auf eigene Gefahr unter ihr aufhalten, sieht sich das Amt in einer grundsätzlichen Verkehrssicherungspflicht. Grund: Die Eiche sei Teil der Taucherzone 1 des Edersees und damit für diese spezielle Form des Verkehrs frei gegeben. Herabstürzende Äste, die Besucher verletzen, würden der Tourismusregion Negativschlagzeilen bescheren, unabhängig von der Haftungsfrage.

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