Schützengesellschaft lässt historische Traditionen wieder aufleben

Von Stein zu Stein: 150 Grenzgänger beim Schnadezug in Sachsenhausen

Am neuen Schnadestein: Stadtverordnetenvorsteher Werner Pilger wird von Florian Tröller und Olaf Hartmann gestutzt.

Waldeck-Sachsenhausen. Über 150 Wanderer schritten die Sachsenhäuser Grenze ab.

Seit 1967 organisiert die Schützengesellschaft 1604 wieder den traditionellen Schnadezug, der erstmals in 1551 historisch belegt ist. Von den fünf Grenzabschnitten, die im Abstand von vier Jahren abgelaufen werden, war diesmal die Strecke von Alraft über Ober-Werbe nach Nieder-Werbe an der Reihe.

Unter musikalischer Begleitung durch den Feuerwehr-Spielmannzug ging es vom Marktplatz in Richtung „Dreiländereck“ Alraft/Ober-Werbe/ Sachsenhausen, zu einem Gottesdienst mit Pfarrer Kurt Heyer, den Larissa Niederquell mit der Oboe umrahmte. „Grenzen sind auf der einen Seite etwas, was uns schützt, aber immer wieder brechen wir auf und verlassen diese Grenzen“, sagte der Pfarrer. Neue Situationen erforderten einen „Aufbruch zu neuen Zielen“. Der Alrafter Ortsvorsteher Philipp Litschel dankte der Schützengesellschaft für die Organisation des Schnadezugs. Am „Dreiländereck“ wurden Luca und Fabian Best aus Ober-Werbe und Jagdpächter Stefan Platzen aus Essen von dem „Stutzkommando“ Florian Tröller und Olaf Hartmann mit dem überlieferten Spruch „Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit“ auf den Grenzstein gestutzt. Michael Mehrhoff trug die Fahne auf der gesamten Strecke.

Stutzbriefe im Schützenhaus überreicht

Der Weg führt zunächst über das freie Feld auf dem Rollborn. An der „Gelben Seite“ oberhalb des Klingebachtals wurden Stadtverordnetenvorsteher Werner Pilger und Susanne Emden aus Ober-Werbe am neu gesetzten Schnadestein gestutzt. Es sei wichtig, dass Traditionen erhalten würden, aber auch die Ortsteile der Stadt Waldeck weiter zusammen wachsen, betonte Pilger.

Laut Harald Schäfer, Vorsitzender der Schützengesellschaft, zeichnete Martin Mehrhoff für die Ausarbeitung der Strecke verantwortlich. Das Schützenkönigspaar Udo und Bianca Göckel hat aktuell die Hälfte seiner vierjährigen Amtszeit absolviert. Der Schützenkönig wurde auf dem „Königsstein“ oberhalb des Klingebachtals gestutzt. Im Reiherbachtal endete der Schnadezug. Ein Bus brachte die Wanderer zurück nach Sachsenhausen zum gemütlichen Ausklang im Schützenhaus, wo die Stutzbriefe ausgegeben wurden.

Von Jörg Schüttler

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