Bürgerbeteiligung ist eine Voraussetzung

Waldeck: Investoren für Windkraftanlagen an Heitzelberg und Tanzplatz gesucht

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Windräder könnten sich in Zukunft auch an Heitzelberg und Tanzplatz drehen.

Windkraftanlagen, die auf städtischen Flächen in Freienhagen und bei Sachsenhausen entstehen könnten, heizten die Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung im DGH Netze an.

Der Magistrat hatte die Grundstücke zur Bebauung vorgeschlagen. Anders als geplant wurde das Thema im öffentlichen Teil der Sitzung beraten.

Martin Germann (FWG) pochte auf einen Parlamentsbeschluss von 2017. Da sei festgelegt worden, welche Windvorrangflächen bebaut werden sollten. „Der Heitzelberg gehörte nicht dazu.“ Die Folgen der trockenen Sommer hätten in seiner Fraktion zudem zu einem Umdenken geführt. Einige Mitglieder seien „zu der Erkenntnis gekommen, dass Windkraft im Wald generell verhindert werden sollte.“ Martin Schwechel (FWG) kritisierte heftig die Vorgehensweise des Magistrats. Von Verlässlichkeit der Politik keine Spur: „Eine gemeinsame Lösung mit den Bürgern aus Freienhagen sieht anders aus.“ 

Gleich darauf wurde er von Parlamentschef Werner Pilger von der Beratung zu diesem Punkt ausgeschlossen. Bürgermeister Jürgen Vollbracht machte auf einen Interessenkonflikt aufmerksam, ausgelöst durch den Bruder des Stadtverordneten. Schwechel reagierte überrascht auf diese Nachricht, „aber ich gehe gerne“.

"Windkraftanlagen dringend notwendig"

„Windkraftanlagen sind dringend notwendig, um die Energiewende voran zu treiben“, betonte Peter Trietsch (Grüne). Für eine der beiden Flächen müssten zwar große Waldstücke gerodet werden, aber es handele sich um Wirtschaftwald ohne schützenswerte Arten. Trietsch sprach von einem „großen Spagat zwischen Naturschutz und Erfordernissen der Energiewende“. Martin Neuhaus ergänzte: Für den Bau von Windkraftanlagen gebe es Ausgleichsmaßnahmen. „Ich habe daher keine Bedenken gegen Anlagen im Wald.“

Daniel Hankel (FDP) sah „eine gute Gelegenheit, den Bürgern in Waldeck einen Teil der EWE-Umlage zurückzugeben, indem wir ein Windrad neben einem bauen lassen, dass wir ohnehin nicht aufhalten können.“ Philipp Litschel (SPD) erwartet keine zusätzliche Belastung durch Windräder auf beiden Flächen, da die geplanten Anlagen an Ortberg und Heidtberg entfallen. „Es ist jetzt eine andere Situation als in 2017“, brachte es sein Fraktionskollege Michael Keller auf den Punkt. Dr. Harald Schaaf (SPD) hielt Bürgerbeteiligung für ein wichtiges Kriterium.

Mehrheitlich wurde ein informelles Bieter-/Interessenbekundungsverfahren mit potentiellen Investoren zum Bau einer weiteren Windenergieanlage im Windvorranggebiet Heitzelberg und zum Bau von drei bis vier Anlagen am Tanzplatz/Schwarzer Bruch beschlossen. Ziel ist es, beide Flächen an den Höchstbietenden zu verpachten. Bürgerbeteiligung soll zwingender Bestandteil des Angebots sein.

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