Einstimmiger Beschluss:

Waldecker Parlament will Edersee wieder mit den Nachbarn vermarkten

Blick auf die Sperrmauer von der Wasserseite aus bei vollem Edersee: Dieses Jahr präsentiert sich die Talsperre endlich wieder einmal so wie hier. Foto: Schuldt

Waldeck. Das Waldecker Parlament hat in seiner Sitzung am Dienstagabend ein Zeichen gesetzt für die Rückkehr zu einer gemeinsamen Tourismusvermarktung im Ederseeraum und darüber hinaus für eine Zusammenarbeit mit Bad Wildungen und Fritzlar.

Einstimmig erteilten die Stadtverordneten nach einer längeren Diskussion um Formulierungsdetails den Auftrag an ihren Magistrat, „die Aktivitäten der unterschiedlichen Organisationen im Tourismus der Stadt und der Region Edersee zu bündeln.“ Um dieses Ziel zu erreichen, halten die Stadtverordneten die Gründung eines touristischen Marketingverbandes für notwendig.

Jürgen Schanner (Grüne) begründete den Vorstoß: „Eigentlich sollte schon im Herbst ein Konzept dazu vorliegen.“ Damit spielte er auf die seit Jahren laufenden Verhandlungen im Rahmen der Touristischen Arbeitsgemeinschaft an. Die Federführung dafür liegt in Bad Wildungen. Verzögert hatte sich die Arbeit zuletzt auch wegen Krankheitsausfällen von Beteiligten, erläuterte Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann im Parlament dazu.

Der fraktionslose Abgeordnete Reinhard Rausch, ehemals CDU, erinnerte daran, dass die Waldecker Parlamentarier vor vielen Jahren mit großer Mehrheit den Austritt aus der Edersee-Touristic beschlossen. Inzwischen sei jedoch die Erkenntnis gereift, dass sich die Region nur gemeinsam im Wettbewerb mit anderen Urlaubszielen durchsetze.

Das Parlament machte in seinem Auftrag zwei weitere Dinge deutlich. Zum einen gehören aus Sicht der Waldecker Investitionen in Infrastruktur nicht zur Aufgabe einer gemeinsamen Marketing-Organisation. Zum anderen sind die Waldecker bereit, die Einnahmen aus der Kurtaxe dem Verband zu übertragen und sie wollen den Magistrat prüfen lassen, ob zur weiteren Finanzierung der Aufgaben eine Tourismusabgabe möglich sei.

Wildunger Bürgermeister begrüßt Vorstoß

Der Beschluss regt auch eine gemeinsame Sitzung mit den Vorständen der beteiligten Organisationen sowie den Gemeindevorständen und Magistraten von Edertal, Vöhl, Bad Wildungen und Fritzlar an. Bad Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann reagierte auf Nachfrage so: „Ich begrüße das Signal der Waldecker Stadtverordneten sehr.“

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