Drei-Seen-Konferenz mit Bilanz eines trockenen Jahrs

Weniger Arbeit für Lebensretter an Eder-, Twiste- und Diemelsee

Mit einem neuen Boot startet das Team der DLRG-Rettungswache in Waldeck in die neue Wachsaison. Foto: pr

Edersee. Deutlich weniger Arbeit als gewohnt hatte die DLRG in 2017 an den drei Seen im Landkreis.

Die ehrenamtlichen Helfer leisteten 241 Einsätze, und damit 53 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Wachstunden sank um 8934 auf 38 051. Diese Bilanz zog der Leiter des Wasserrettungsdienstes Edersee, Klaus Schultze, bei der Drei-Seen-Konferenz in der DLRG-Schulungsstätte Hessen-Nord in Waldeck.

Ausschlaggebend war der niedrige Wasserstand in Eder- und Twistesee. Der Diemelsee litt weniger unter der Trockenheit. „Gut, dass die Wasserdurchlässe erneuert wurden und nicht soviel abgelassen werden konnte,“ merkte Bürgermeister Volker Becker an.

Am Edersee wurde schon am 19. Juli bei 21 Metern unter Vollstau der Rettungsdienst der Station Fürstental eingestellt. Mehrere Regatten und andere Veranstaltungen wurden abgesagt.

Höhepunkte: Waldecker Triathlon und Fallschirmsprünge am Edersee

Höhepunkte waren der Triathlon mit über 500 Teilnehmern auf dem Schwimmkurs sowie die Wassersprungübung der Bundeswehr. Schultze: „Das war für uns ein enormer logistischer Aufwand.“ Zehn Boote und vier Absicherungsboote wurden gestellt, zum Teil aus anderen Stationen angefordert. Wegen der schwierigen Landebedingungen am spärlich gefüllten See wurde die Fallschirmsprungübung aber schon kurz nach Beginn abgebrochen. 

Dank der Unterstützung von Kreis und Kommunen wurde die Ausrüstung verbessert. Am 24. Juni starten die Lebensretter mit einem neuen Motor-Rettungsboot in die neue Wachsaison.

Größte Investition ist die Sanierung der Rettungsstation Rehbach. Arbeiten für 25 000 Euro sind erledigt. Der Löwenanteil mit Kosten in Höhe von 50 000 Euro steht noch aus, darunter die Erneuerung des Stegs. 

Schultze hofft auf fruchtbare Gespräche mit den Anliegern Edertal, Waldeck, Vöhl und dem Landkreis. Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann signalisierte generell Bereitschaft zur Unterstützung der DLRG. „Sollte es irgendwo kneifen oder zwicken, melden Sie sich“, rief er den Lebensrettern zu. Für die Gemeinde Edertal hoffte Annegret Schultze-Überhorst vom Gemeindevorstand auf „gute Entschlüsse“ für die Station Rehbach.

Edersee-Konferenz am 10. April in Affoldern

Kommunen und Kreis am Edersee „sind sich ihrer Aufgabe bewusst“, sagte der Präsident des DLRG-Landesverbands, Thorsten Reis, anerkennend. Das sei in anderen Regionen nicht immer der Fall, meinte der scheidende Präsident im Landesverband und neue Vize auf Bundesebene.

Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese würdigte die „außerordentlich wichtige Arbeit an den drei Seen“ für die Sicherheit von Badegästen, Wassersportlern und Tourismus. Für die Edersee-Konferenz, zu der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am 10. April in die Affolderner Festhalle eingeladen hat, versprühte Frese vorsichtigen Optimismus, künftig länger das Wasser im Stausee zu halten.

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