Freunde der Partymusik feiern bei "Viva Willingen"

Alle Hände 
zum Himmel

Willingen - Willingen war Samstag das Ziel für schätzungsweise 10 000 Schlagerfans und 17 Interpreten – sowohl vor als auch auf der Bühne ergaben sie ein buntes Bild.

Es ist an Ina Colada, die Unwahrheit des Tages zu sprechen: „Die Hände gehen jetzt einmal nach oben“, ruft die Schlagersängerin ihrem Publikum zu – tatsächlich schnellen die Hände der Zuschauer bei „Viva Willingen“ in den elf Stunden unzählige Male in die Höhe. 17 bekannte und neue Namen der Partyschlager-Szene versetzen ihr Publikum in Feierlaune.

Veranstalter Horst Schröder schätzt, dass knapp 10 000 Besucher ihren Weg in die „Open-Air Party-Arena“ am Sauerland Stern gefunden haben. Kostümierte Jugendliche und Herren mittleren Alters tanzen nebeneinander, eine ältere Dame im Rollstuhl und ein kleines Mädchen im weißen Sommerkleid zählen ebenso dazu.

Moderator Ruven Rintelmann heizt das Publikum an, verspricht „die totale Eskalation“. Den Anfang macht ein Willinger: „Jöli“ eröffnet das Festival, singt von der „schönen Maid“, den Berliner Eisbären und schließlich passenderweise von „Sommer, Sonne, Party“. Der Newcomer übergibt an die schon etabliertere Ina Colada, wie knapp die Hälfte der Interpreten erstmals Gast bei „Viva Willingen“. Nach ihrer Mischung aus Partyschlager und Oldies ist „Der Benniii“ an der Reihe, ein Urgestein des Festivals. Das Publikum tanzt, singt und feiert schon längst ausgelassen.

Marry, Oliver Frank, Axel Fischer, Oli P., die Dorfrocker, Willi Herren, Achim Petry, die für die erkrankte Anna-Maria Zimmermann eingesprungene Annemarie Eilfeld, die Remmi Demmi Boys und Tim Toupet: Wer nach einem Nachmittag voller Partymusik am Abend ein müdes Publikum erwartet, irrt. In der ersten Reihe finden sich noch viele der Gesichter vom Mittag. Die alte Dame und das kleine Mädchen haben sich Plätze direkt an der Absperrung ergattert, das Kind hält ein Plakat für Norman Langen hoch.

Die großen Namen Schlager-Mallorcas haben das Publikum im Griff: Norman Langen spaziert an der Absperrung entlang, eine Teenagerin bricht in Tränen aus, als er sie passiert. Den Nachwuchsfan mit dem Schild holt er sogar auf die Bühne. Peter Wackel lässt Männer und Frauen gegeneinander ansingen – wie andere Interpreten stellt er fest, dass bei „Viva Willingen“ die Damen sehr viel lauter sind. „Auf Mallorca ist das immer umgekehrt“, wundert er sich.

Loonas fremdsprachige Texte sind nur scheinbar weniger zum Mitsingen geeignet, sie verpasst den Gästen einen „Spanischkurs“, der für „Fiesta“ und „caliente“, „Fest“ und „heiß“, ausreicht. Mickie Krause schließlich unterbricht seine Stücke gerne, um über Kollegen, Willinger Etablissements und sich selbst zu scherzen. Bei „Zehn nackte Friseusen“ ist es dann um 22.58 Uhr so weit: „Ein letztes Mal alle Hände zum Himmel“, ruft er – und das Publikum macht ein letztes Mal mit. Von Wilhelm Figge

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