Alphornmesse auf dem Ettelsberg gefeiert

Alphornmesse in Willingen mit Corona-Regeln und Herbstwetter

Unüberhörbares Signal: Die Alphornbläser laden zur Alphornmesse in Willingen ein.
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Unüberhörbares Signal: Die Alphornbläser laden zur Messe ein.

Die Willinger Alphornmesse konnte nach der Corona-Pause 2020 wieder gefeiert werden: etwas kleiner, aber mit imposanten Klängen und wichtigen Botschaften.

Willingen – Dichter grauer Nebel wabert über die violette Heide, Regenschirme bewahren die Besucher angesichts des Seitenwinds und der feuchten Vegetation kaum davor, nass zu werden – aber als die ersten Hörner erklingen, spazieren Dutzende Besucher aus Siggis Hütte und schützenden Unterständen zum inmitten Kreuz der Beerensträucher: Nach der Corona-Pause 2020 wurde gestern wieder die Alphornmesse auf dem Ettelsberg gefeiert.

„Heute ist es nur der harte Kern“, sagte der Willinger Pfarrer Christian Röhling beim Blick auf die knapp 150 Gottesdienstteilnehmer, die den Bedingungen trotzten. Viele weitere sahen sich den Gottesdienst aus trockener Entfernung an, die Tontechnik hielt dem Wetter stand. Den Gottesdienst gestalteten Dechant Bernd Conze und Gemeindereferentin Angelika Schneider zusammen mit Röhling und seiner Usselner Kollegin Stephanie Stracke.

Um sie herum standen die Musiker: Ein gutes Dutzend Alphornbläser ließ seine mächtigen Instrumente erklingen, dabei waren die Willinger und die Diemelhörner, aber auch Gäste, etwa aus Belgien. Der Posaunenchor Usseln begleitete den Gottesdienst festlich; der Musikverein Düdinghausen setze schwungvolle Akzente. Und auch die Sänger von den „12 Räubern“ bekamen für ihren glasklaren Gesang Applaus. Auch die Bläser der Jägerschaft erfreuten die Gäste.

Botschaft der Alphornmesse: Pandemie zur Besinnung nutzen

Alles in allem war die Messe kleiner als gewohnt, nicht nur wegen des Wetters: Wegen der Pandemie war keine große Feier vorgesehen. „Back to the Roots“ oder auch „Zurück zu den Ursprüngen“ laute das Motto, erklärte Röhling. Wenn die Pandemie etwas Gutes gehabt habe, dann Zeit zum Nachdenken: Was läuft nicht gut? Und wie lässt sich im Alltag wieder mehr Kraft schöpfen? „Zu den Quellen zu gehen ist nicht rückwärtsgewandt – zu den Quellen geht es bergauf.“

Trotz ungemütlichen Wetters eine feierliche Messe gestalteten (von links) Christian Röhling, Angelika Schneider, Stephanie Stracke und Bernd Conze zusammen mit den Musikern.

„Die Biene auf der Blume, der Wind in den Baumwipfeln, dieser unglaubliche Nebel um uns herum“, stimmte Stephanie Stracke ein: Kraftquellen seien oft klein. Inmitten von Kälte und Nässe lasse sich spüren: „Wir sind Teil der Schöpfung“, fügte Bernd Conze hinzu. Christen müssten sich die Frage stellen, ob sie genug für ihre Bewahrung tun. Angelika Schneider spannte den Bogen zum Thema Taufe: Der Vergewisserung, von Gott geliebt zu werden und über einen Sinn im Leben zu verfügen. „Was für eine Kraftquelle“, befand sie – wie auch die Musik.

Auch wenn sich der Nebel zum Ende der Messe noch nicht gelichtet hatte, wagte Bernd Conze den Blick in die Ferne: nach Namibia. Kaum ein Prozent der Einwohner ist vollständig geimpft, das Land ist stark von der Pandemie betroffen. Die Kollekte soll an einen Fonds zu Unterstützung gehen.

Zum Abschluss zeigte der Dechant sich zufrieden, wie gut die coronakonforme Planung von Kreisgesundheitsamt, Gemeinde Willingen, Kirchengemeinden und dem Team um Siggi von der Heide aufgegangen sei – es sei so organisiert, dass auch 5000 Gäste hätten teilnehmen können. Angesichts des Wetters kam es nicht zu den geplanten Kleinkonzerten in der Heide, aber im Trockenen klang der Tag gemütlich aus. (wf)

Foto-Galerie zur Alphornmesse in Willingen

Alphornmesse in Willingen 2021
Alphornmesse in Willingen 2021
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Foto-Galerie zur Alphornmesse in Willingen

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