31-Jähriger holt Vogel von der Stange

Andreas Kesper regiert die Schützen in Schwalefeld

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Der neue Regent: Andreas Kesper (Zweiter von rechts) hat den Vogel abgeschossen und seine Frau Ann-Christin so zur Königin gemacht. Die Flügel holten zuvor Sixten Wesche und Harald Hellwig (links) herunter.

Willingen-Schwalefeld. In einem spannendem Dreikampf hat Andreas Kesper die Schwalefelder Königswürde erobert. Bereits das Schießen auf die Flügel ließ staunen.

Fast zweieinhalb Stunden haben die Schwalefelder Schützen auf den Vogel hoch über ihnen geschossen, ihn am immer heißer werdenden Sommertag Stück für Stück zerlegt. Schließlich kristallisiert sich ein Dreikampf um die Königswürde heraus, immer lassen sie Splitter fliegen – und plötzlich geht der Vogel zu Boden: Andreas Kesper setzte gegen 14 Uhr den entscheidenden Schuss.

„Das war ganz spontan“, berichtet der 31-Jährige, der mit seinem Treffer seine Frau Ann-Christin zur Königin machte. Aufgewachsen ist er direkt neben der Schützenhalle, bei der die Schwalefelder die vergangenen drei Tage ihr ausgelassenes Fest feierten. Mittlerweile lebt er in Olsberg, wo er als Elektriker arbeitet. Seine Frau Ann-Christine ist 26 Jahre alt und als Industriekauffrau tätig.

Kurzentschlossen auf den Vogel halten – die Idee hatten mehrere Schützen: Im Vorfeld waren keine heißen Kandidaten für den Titel gehandelt worden, doch sechs junge Aspiranten gaben Schüsse auf den Vogel ab – der älteste ist gerade mal 35 Jahre alt. Schnell waren es noch fünf Schützen, bald vier, schließlich lieferten sich Andreas Kesper, Christopher Leeser und Chris Becker das Finale. 120 Schuss wurden auf den Vogel abgegeben.

Zuvor hatten die Schützen die Trophäe ihrer Flügel beraubt – dass die Schwalefelder auf die Schwingen des Adlers schießen statt auf die Insignien, hatte dieses Mal einen Haken: Der erste Flügel hatte schon viele Treffer überstanden, bevor er sich löste – und am Reichsapfel hängen blieb, den der Adler in den Klauen hält. Ein Treffer nach dem anderen saß, er wackelte und wackelte. Mit dem 189. Schuss beförderte der 18-jährige Sixten Wesche ihn schließlich zu Boden.

Laut Moderator Wilhelm Bärenfänger rekordverdächtig schnell fiel dann die zweite Schwinge: Harald Hellwig setzte den 44. Schuss und holte sich seinen ersten Flügel – Schützenkönig und -kaiser war er schon.

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