40 Wohnungen geplant

Betreutes Wohnen in Willingen: Projekt beim Gesundheitspavillon vorgestellt

Mögliche Zukunft für den Gesundheitspavillon: Investoren möchten für Betreutes Wohnen anbauen. Foto: wilhelm Figge

Willingen. Im Strycktal könnte ein Projekt zum Betreuten Wohnen mit 40 Wohnungen entstehen. In der Gemeindevertretung wurde Pläne zur Bildung einer Genossenschaft vorgestellt.

Ein Projekt zum Betreuten Wohnen im Strycktal haben Vertreter der „Gesellschaft für innovative Sozialprojekte“ (GIS) den Upländer Gemeindevertretern vorgestellt. Sie hoffen, am Gesundheitspavillon und dem Grundstück Richtung Itterbach ein viergeschossiges Gebäude mit 40 Wohneinheiten errichten zu können.

„Die Wohnverhältnisse zu Hause sind oft schwierig“, sagte Gesellschafterin Waltraud Rebbe-Meyer. Auch wenn sie das Willinger Seniorenwohnheim lobte: Viele Menschen wollten lieber in einer eigenen Wohnung leben. Das Projekt solle ermöglichen, das barrierefrei und sehr selbstständig zu tun.

Betrieben werden soll es als Genossenschaft: Das Hauptziel dabei sei, dass Wohnen bezahlbar bleibt, erklärte Gesellschafter Klaus Freund. Jeder aus der Region könne Genossenschaftler werden und Wohnungen gemäß der Satzung vermieten. Während die GIS den Pavillon betreibe, bestimme beim Wohnen die Genossenschaft.

Pavillon und Wohnanlage werden baulich verbunden. Das solle dazu beitragen, dass die Bewohner am Gemeindeleben teilhaben: Im Pavillon komme ein Treffpunkt unter, etwa ein Café, sowie Angebote zu Entspannung und Gesundheit wie Salzgrotte, Lichttherapie und Sole. Beides richte sich ausdrücklich an alle Willinger und Gäste. Dabei werde mit dem Gesundheitsnetzwerk PORT zusammengearbeitet.

Grundstücke und Pavillon von der Gemeinde kaufen würde die GIS, erklärte Klaus Freund. Das nötige Land würde sie später an die Genossenschaft abgeben, den Pavillon selbst betreiben. Die Wohnungen und den dortigen Gewerbebetrieb zu koppeln, würde die Genossenschaft finanziell stark belasten, sagte Freund – im Pavillon fallen Investitionen von 650 000 Euro an, auch steuerlich bringe es ihr Nachteile. 

Mit der Investitionssumme für das Wohnen – 8,7 Millionen Euro – sei derweil eine Kaltmiete von zehn Euro pro Quadratmeter möglich. „Der Pavillon wird sich nicht durch die Bewohner refinanzieren, sondern durch Gäste, die von außen kommen“, betonte Klaus Freund. Viele der Präventions- und Reha-Angebote seien Kassenleistungen, ergänze Waltraud Rebbe-Meyer.

Es bestehe die Möglichkeit, im Betreuten Wohnen bis zu einem hohen Pflegegrad versorgt zu werden, wenn das erforderlich werde, kündigte sie an – ob durch den ambulanten Pflegedienst oder neue Kapazitäten durch einen genossenschaftlichen Dienst, sei noch offen.

„Steht und fällt das Projekt mit dem Standort?“, wollte Ingolf Schinze (FW) wissen – schließlich sei der Pavillon nicht in bestem Zustand, ein beliebter Wanderweg verlaufe über das Grundstück. Betreutes Wohnen sei auch anderswo möglich, so Freund – die Symbiose mit den Präventionsangeboten aber eine einmalige Chance. Der Wanderweg solle bleiben.

Der Pavillon sei für die Gemeinde ein Problem, seit die Nutzung für die Klimakur nicht zustande kam, befand Bürgermeister Thomas Trachte. Die Pläne seien ein Glücksgriff, um ihn auf für Willingen bereichernde Weise loszuwerden. Dabei müsse die Gemeinde nichts subventionieren. Auch die Entwicklung der Kuranlagen im Strycktal könne profitieren.

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