Abschiedsgottesdienst am 4. November

Bezirkskantorin Jutta Kneule verabschiedet sich aus Willingen

Vielseitiger Arbeitsplatz: Nicht nur an der Orgel erlebte Jutta Kneule die Vielfalt der Kirchenmusik.
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Vielseitiger Arbeitsplatz: Nicht nur an der Orgel erlebte Jutta Kneule die Vielfalt der Kirchenmusik.

Willingen. Große Konzerte, die Arbeit mit engagierten und passende Begleitung an jedem Sonntag: Das hat Bezirkskantorin Jutta Kneule seit 2004 geleistet. Im November verlässt sie Willingen.

Sonntag hat sie noch eine Orgelmatinee in Willingen gespielt, ein letztes Projekt hat sie auf dem Plan und bis dahin liegen noch einige Gottesdienste vor ihr. Doch im November verabschiedet sich Bezirkskantorin Jutta Kneule aus Willingen. Nicht ganz 15 Jahre lang hat sie in Gemeinde und Kirchenkreis gewirkt, aber die 42-Jährige hat in der Schweiz eine neue Berufung gefunden: „Es ist Zeit für etwas neues“, sagt sie, auch wenn es nicht leicht falle. Im Zuge der Reduzierung der Stellen in der Kirchenmusik wird die Position nicht neu besetzt.

2004 kam die nahe Stuttgart aufgewachsene Jutta Kneule nach dem Musikstudium in Tübingen und einem Praktikum als Assistentin des Ulmer Münsterkantors nach Willingen, als Kantorin des damaligen Kirchenkreises Eisenberg. Eine vielfältige Aufgabe: Dazu gehören sowohl große Höhepunkte wie das Weihnachtsoratorium des Komponisten Camille Saint-Saëns oder die im vergangenen Winter aufgeführte Bachkantate, deren sechs Teile sie mit ihrem Arolser Gegenstück Jan Knobbe in verschiedene Orte des fusionierten Kirchenkreises brachte. Oder auch Matthias Nagels Liederoratorium, dass sich musikalisch mit dem Leben und Wirken Dietrich Bonhöfers auseinandersetzte: „Es gab vieles, da ist es schwer, einen Höhepunkt herauszusuchen“, sagt sie.

Mindestens genauso dazu gehörte aber die musikalische Begleitung von Menschen in allen Lebenslagen in der Willinger und später auch Schwalefelder Kirche: Alles von Taufen bis Beerdigungen habe sich zuverlässig, sorgfältig und liebevoll gestaltet, sagt Pfarrer Christian Röhling. „Kein Gottesdienst ist wie der andere“, weiß sie selbst, je nach Stand des Kirchenjahrs spielte sie mal feierlich, mal meditativ.

Schon ihr erstes Jahr war vielfältig und bereichernd: Sie fuhr mit 20 jungen Sängern nach Namibia, wo mit den Mitgliedern der Partnergemeinden in Katutura Musik ausgetauscht wurde. Im Laufe der Jahre spielte sie Orgelmatineen, begleitete und organisierte Konzerte. Mal gab es ruhige Taizé-Andachten, mal spielte sie in Begleitung von Geige oder Alphorn: „Ich konnte hier einiges ausprobieren“, sagt sie über die Vielfalt der Kirchenmusik.

Die andere Hälfte ihrer Arbeit betraf den Kirchenkreis: Sie begleitete Organisten und Chorleiter, jährlich gab es kirchenmusikalische Konvente. Sie half bei Aus- und Fortbildungen und organisierte Kammer- und Gospelchorprojekte.

Wesentlicher Teil ihres Berufs war die Arbeit mit Laien: „Es ist besonders schön, sie an die Musik heranzuführen und gemeinsam etwas zu gestalten“, erklärt sie. Bei aller Zielstrebigkeit müsse das vor allem Spaß machen. Das gilt auch für die Arbeit mit Kindern – sie brachte immer wieder Musicals mit ihnen auf die Bühne, zuletzt im Willinger Ferienprogramm. Sie tritt eine Stelle im Freizeit- und Bildungszentrum im Schweizerischen Sils an, in dem sie schon nach Schule und Studium arbeitete.

Der Abschiedsgottesdienst für Jutta Kneule wird am 4. November ab 19 Uhr in der Willinger Kirche gefeiert.

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