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Corona-Krise bringt Künstlerin Margit Heuser und ihre Werke ins Upland

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Von: Wilhelm Figge

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Abstrahierte Almabtriebe gehören zu den Bildern, die Margit Heuser erschafft, aber auch Eindrücke aus Venedig, Bali und fernen Stränden.
Abstrahierte Almabtriebe gehören zu den Bildern, die Margit Heuser erschafft, aber auch Eindrücke aus Venedig, Bali und fernen Stränden. © Wilhelm Figge

In der Pandemie hat die Allgäuer Touristik-Trainerin Margit Heuser sich neu orientiert. Sie ist im Upland gelandet – und lädt ein, ihre Kunstwerke zu bestaunen.

Willingen-Schwalefeld – So manchen Lebenslauf hat die Corona-Pandemie durcheinandergewürfelt. Margit Heuser ist da ein Beispiel: Aus dem Allgäu hat die berufliche Neuorientierung sie ins Upland verschlagen – sie und ihre Kunst, die sie am 14. April und 5. Mai im Landhotel Baumwipfel bei Schwalefeld präsentiert.

Margit Heuser arbeitete als Touristik-Trainerin und Coach, ihre Aufträge brachen vor zwei Jahren weg. Tochter Marla suchte nach dem Studium im Event-Management ebenfalls nach der Zukunft – mit ähnlich schwierigen Aussichten. Erst dachten sie daran, eine Hundepension zu eröffnen, doch die Suche nach einem Gebäude war schwierig, auch als sie auf Hotel-Pläne umsattelten. „Ich hab immer gesagt, ich nehme es, wenn mein Herz dafür schlägt“, sagt Margit Heuser. Die Suche im Schwarzwald, Allgäu und Fichtelgebirge blieb erfolglos.

Da stand sie schon kurz davor, aufzugeben, auch eine Mühle im Schwalm-Eder-Kreis klang reizvoll, war aber zu verfallen. Bei diesem Besuch in Nordhessen machten sie einen Abstecher in die ihnen kaum bekannte Gemeinde Willingen: „Ich hab nach einer Minute gewusst, das wird es sein.“ Nach Renovierungen betreiben Mutter und Tochter das Hotel nun zu zweit, Personal über eine Putzhilfe hinaus haben sie nicht, es wäre auch schwierig zu bekommen. Wichtig war auch, dass das Hotel im Wald oberhalb der Straße zwischen Schwalefeld und Bontkirchen über Seminarräume verfügt. Margit Heuser arbeitet nämlich weiter auch als Coach – für „Frauen, die sich beruflich verändern wollen oder müssen“.

Eine Besonderheit im Hotel: Jedes Bild hat Margit Heuser selbst gemalt. Sie hat an der freien Kunstakademie Nürtingen und der freien Kunsthochschule Stuttgart gelernt. Die Arbeit im Tourismus ließ sie in der Welt herumkommen, Venedig, Bali, New York und die Strände Australiens hat sie gesehen, fotografiert und zuhause dann gemalt.

Dabei arbeitet sie mit verschiedenen Ausmaßen an Abstraktion, um festzuhalten, wie sie den Anblick erlebt hat. Dynamik ist Margit Heuser sehr wichtig: „Ich mag es, wenn auf meinen Bildern was los ist.“ Einige sollen erst ruhig wirken, aber längeres Betrachten lohnt sich: Die verfremdete Art der Darstellung soll Reize setzen und die Beschäftigung mit dem Bild sich lohnen.

Venedig sei ein dankbares Motiv, die gleiche Brücke kann derweil zwei völlig unterschiedliche Bilder ergeben. Neben den Reisemotiven hat sie auch viele Blumen gemalt, gerade die Amaryllis schlägt sich oft expressionistisch nieder. Auch im Allgäu ließ sie sich inspirieren: Bilder von Viehabtrieben gehören zu ihren beliebtesten Motiven. Das Upland könne ihr in ihrem Wald-Atelier bestimmt ähnliche Eindrücke geben, denkt Margit Heuser: „Wir haben nicht nur das Haus gekauft, sondern auch die Natur.“

Jeweils ab 17 Uhr lädt sie am 14. April und 5. Mai ins Hotel In der Lommerke 1 ein und führt durch das Haus. Die Werke stehen auch zum Verkauf oder zum Verleih bereit: „Ich weiß, dass der Bilderkauf für viele schwierig ist, weil sie sich nicht vorstellen können, wie es an der Wand aussieht.“ In möblierten Räumen sei das einfacher – und im Gespräch mit der Malerin lerne der Betrachter den Stil schätzen, sagt sie zur Einladung. (wf)

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