Trubel auf den Skipisten

Trotz Corona: Willingen beliebtes Ausflugsziel zum Rodeln - Kontrollen durch Polizei

Die Parkplätze im Skigebiet Willingen sind gut gefüllt, Besucher werden gleich bei der Ankunft auf das Abstandsgebot hingewiesen – nicht immer hilft es.
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Die Parkplätze im Skigebiet Willingen sind gut gefüllt, Besucher werden gleich bei der Ankunft auf das Abstandsgebot hingewiesen – nicht immer hilft es.

Trotz Corona ziehen Schneefälle zahlreiche Besucher auf die Pisten nach Willingen (Hessen). Polizei und Ordnungsamt kontrollieren die Lage.

Update vom Donnerstag, 31.12.2020, 07.24 Uhr: Noch immer zieht es die Menschen auf die Ski-Pisten - doch die Gemeinde Willingen rät wegen Corona weiterhin von einem Besuch ab. Das Ordnungsamt hat nun die Polizei hinzugeholt: Zusammen wird die Lage jeden Tag neu eingeschätzt.

„Wir beobachten das mit kritischen Augen“, sagt Polizeisprecher Jörg Dämmer. Die Corona-Regeln, wie notwendige Abstände, würden in Willingen von den einzelnen Gruppen aber eingehalten. Dies erklärt Ordnungsamtsleiter Dieter Pollack.

Ski-Pisten in Willingen: Auch im Corona-Jahr 2020 ein beliebter Ausflugsort

Erstmeldung vom Montag, 28.12.2020, 17.36 Uhr: Willingen (Upland) – Eine dicke Schneeschicht und mit Eis überzogene Bäume zieren das Upland, das Kratzen der Schüppen und das Brummen der Fräsen sind zu hören: So viel Winter „zwischen den Jahren“ ist selten. Das bedeutet allerdings nicht nur schöne Aussichten und viel Arbeit beim Räumen, es zieht auch Gäste an – obwohl die Liftanlagen und Einkehrmöglichkeiten weiterhin geschlossen sind. So viele Besucher wie an einem schneereichen Tag in einer laufenden Ski-Saison sind es nicht – aber an vielen Hängen finden sich dutzende Gäste, hier und da sind eng aneinander stehende Gruppen zu erkennen.

Eigentlich wegen Corona geschlossen: Die Pisten in Willingen waren trotz der aktuellen Lage mit zahlreichen Gästen gefüllt.

Im nahen Winterberg wurde es am Wochenende zu viel: „Lifte geschlossen, Gastronomie geschlossen, Straßen verstopft“ warnt die Stadt. Die Polizei im HSK weist auf Staus hin: „Rechtlich dürfen Sie die Skigebiete besuchen. Ob es richtig und sinnvoll ist in der jetzigen Zeit, müssen Sie selber entscheiden“, twittert sie.

Tourist-Info Willingen: Nicht genug Platz zum Rodeln angesichts von Corona

Auch die Willinger Tourist-Info ruft in Corona-Zeiten zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf und bittet, nicht ins Upland zu reisen: Der Platz reiche nicht aus für die vielen Besucher, die zum Rodeln kommen. Überdies: Das Betreten der Pisten ist verboten, öffentliche Toiletten, wärmende Lokale, Ski-Schulen und -Verleihe sind geschlossen.

Die Tourist-Info betont auch, dass im Kreis Waldeck-Frankenberg wegen der hohen Inzidenz ein Ausgangssperre ab 21 Uhr gilt. Es werde abgeraten, „Willingen für einen Tagesausflug anzusteuern, um möglichst bald wieder ein Willingen mit Gästen haben zu dürfen.“

Seit Montagmittag sei in Willingen vermehrtes Aufkommen zu bemerken, wenn auch nicht auf Winterberger Niveau, bestätigt Ordnungsamt-Leiter Dieter Pollack: „Individualsport ist durchaus möglich. Kritisch wird es, wo sich mehrere Familien treffen.“

Ordnungsamt Willingen: Nicht genügend Personal für Vielzahl der Hänge

Wo auf Missstände hingewiesen wird, schreite das Ordnungsamt ein – angesichts der Vielzahl der Hänge habe es aber nicht das Personal, jeden anzusprechen und wegzuschicken. Dienstag soll mit der Polizei geklärt werden, wo die größten Probleme liegen und wie sie gelöst werden können.

Über eine Sperrung von Parkplätzen sei nachgedacht worden – aber was sie erreichen würde, sei fraglich, erläutert Pollack. Die Besucher würden dann umherfahren und andere Abstellmöglichkeiten suchen: „Wir verschärfen nur die Situation der Verkehrssicherheit auf den Straßen.“ Dann käme zur Lage auf den Pisten noch ein verkehrliches Problem hinzu, von dem Willingen bislang verschont geblieben sei.

Liftbetreiber in Willingen: Nicht auf den Skipisten rodeln

„Zustände wie in Winterberg gab es bislang in Willingen nicht“, erklärt auch Jörg Wilke, Sprecher des Skigebiets. Er weist aber darauf hin: „Unsere Liftbetriebe inklusive Pisten sind geschlossen.“ Wegen der Gefahren verwiesen die Betriebe vor Ort und auf allen Kanälen darauf. Bei allem Verständnis für den Drang an die frische Luft: „Wenn die Menschen rodeln wollen, sollen sie dies möglichst weit weg von Schneekanonen & Co. tun.“

Das Skigebiet hatte schon vor Wochen gewarnt, dass die Pisten nicht präpariert sind, Stromkabel liegen und die Geräte nicht an allen Stellen abgesichert sind. Fürs Rodeln gebe es viele weitläufige Wiesenflächen. Auch Spaziergänge im Schnee sollten unproblematisch sein. (wf)

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