Maggie Jay veröffentlicht drittes Buch

Willinger Autorin schreibt finsteren Krimi über das Upland

Das Buch „In einem kleinen Dorf - Das Monster aus Willingen“ der Autorin Maggie Jay, hochgehalten mit Blick auf Willingen.
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Aus den Fugen gerät Willingen in Maggie Jays neuem Roman: Ein Serienmörder hinterlässt Leichen im Upland.

Düster und blutig – und das in Willingen: Eine heimische Autorin lässt in ihrem neuen Buch einen Killer im Ferienort umgehen.

Willingen – „Schreib, was du kennst“: Dieses Zitat ihres Lieblingsautors Stephen King nimmt sich die unter dem Pseudonym „Maggie Jay“ schreibende Willingerin zu Herzen – so wie der Amerikaner schaurig seinen Heimatstaat Maine beschreibt, spielt ihr neues Buch im Upland. Wobei es sich um eine düstere Version der Gemeinde handelt: „In einem kleinen Dorf – Das Monster aus Willingen“ handelt vom einem Serienkiller.

Maggie Jay wurde 1991 in Willingen geboren und wuchs im Weltcuport auf: „Ich habe eigentlich schon immer geschrieben“, blickt sie zurück. Im Studium begann sie, unter Pseudonym zu veröffentlichen: In der angestrebten akademischen Karriere würde sie sonst seltsam beäugt. „In einem kleinen Dorf“ ist vor gut einem Monat erschienen und bereits ihr drittes Buch.

„So ein ganz klassischer Krimi ist es nicht: Es geht mehr um die Menschen“, erklärt die 29-Jährige. Den Reiz machen die vielen Willinger aus, die selbst vorkommen und ihre Lokale als Schauplätze zur Verfügung stellen. Die Handlung wird aus dem Blickwinkel wechselnder fiktiver Charaktere erzählt – wobei sich nicht nur im Killer Abgründe auftun. Vom garstigen Rentner Albert über den großspurigen Bürgermeister Heinz Bauer bis zur verkommenen Hoteliers-Familie Müller – die meisten von Maggie Jays Charakteren sind von Grund auf unsympathisch. Andere sind ganz normale Leute, die dem Leser tagein, tagaus begegnen könnten. Derweil kriegt auch die Autorin als Romanfigur ihr Fett weg.

Viel zu erzählen haben sie, wenn sie auf den Ort und seine Vergangenheit blicken. Dabei zeichnen sie ein Bild, das manchen Lesern bestimmt zu düster, aber ganz sicher stimmungsvoll ist: „Hier in diesem kleinen Ferienort gönnte niemand dem anderen die Butter auf seinem Brot“, denkt sich einer der Charaktere. Jeder weiß oder will wissen, was der andere für Leichen im Keller hat – manchmal ist das in Maggie Jays Willingen wörtlich zu nehmen, auch vor Auftauchen des Serienmörders.

Auch auf den Club-Tourismus geht das Buch ein – der Held, der mit seinen Aggressionen kämpfende Polizist Michael, hatte vor den Morden genug mit ihm zu tun. Manch einer denkt sogar, der Killer hätte einfach genug davon – aber tatsächlich sind seine Motive sehr viel verstörender. Da hält sich die Autorin ebenso wenig zurück wie bei den immer brutaler werdenden Verbrechen. Hin und wieder bietet das Buch derweil auch etwas zum Schmunzeln.

Bereits ihr zweiter Roman „Was wäre, wenn...?“ hatte im Upland gespielt, in Hemmighausen. Den lokalen Bezug möchte sie gerne beibehalten und Charaktere wiederkehren lassen. Das nächste Buch ist schon in Arbeit.

Mit dem selbst verlegten „Monster aus Willingen“ feiert die Upländer Autorin ihren bislang größten Erfolg, war auf Platz drei der Neuheiten-Bestsellerliste des Self-Publishing-Portals „twentysix“, an dem die Verlagsgruppe Random House beteiligt ist.

„In einem kleinen Dorf – Das Monster aus Willingen“ ist in Buchhandlungen und online erhältlich: Das E-Book kostet derzeit 4,99 Euro, das Taschenbuch 14,99 Euro. Im AmbienTee in Willingen gibt es signierte Ausgaben.

Von Wilhelm Figge

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