WLZ-Sommerserie: Arndt Brüne verpflegt Gäste an den Wegen durch das Upland

Ein Wirt für die Wanderwelt Willingens 

Serviert kühle Erfrischungen an heißen Wandertagen: Hüttenwirt Arndt Brüne mit seinen Gästen. Foto: Wilhelm Figge

Willingen-Usseln. Arndt Brüne gibt seinen Gästen ihr Wechselgeld, wünscht ihnen viel Freude am schönen Wetter und geht schnellen Schrittes zurück zur Hütte. „Einen Moment bitte, ich komme sofort“, ruft er zwei Paaren zu, die bestellen wollen, am Tresen wartet schon eine Kundin: An der Graf-Stolberg-Hütte herrscht guter Betrieb.

„Gerade zum Ende der Ferien in Westfalen ist hier gut was los“, erklärt der 31-jährige Willinger, der seit drei Jahren als Wirt an der Wander- und Radroute zwischen Usseln und Titmaringhausen arbeitet. Ein insgesamt siebenköpfiges Team kümmert sich diesen Sommer um die Gäste, dazu kommen sechs Aushilfen. Die meisten Gäste sind Wanderer, doch auch viele Fahrräder stehen an der Hütte.

Das ganze Team ist gut auf Trab: Arndt Brünes Arbeitstag begann mit Einkäufen und Telefonaten, eine Kollegin hat sich krank gemeldet. Nach und nach kommen die Mitarbeiter, zur Mittagsstunde ist die ganze Besetzung des Tages da.

Der Hüttenwirt dreht eine Runde durch die Küche, um 13 Uhr stapeln sich schon viele benutzte Teller, der Küchenchef ist aber noch sehr beschäftigt: „Die Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr und das Kaffeetrinken zwischen 15 und 16 Uhr sind die Stoßzeiten“, erklärt Arndt Brüne. An diesem Tag haben sich noch zwei größere Gruppen angemeldet, wer wie lange bleibt, hängt von der Lage am Abend ab und lasse sich schlecht voraussagen. „Das pendelt sich dann langsam aus“, erklärt der Wirt. Aus Naturschutzgründen ist gegen 19 Uhr Schluss, außer es kommen geschlossene Gesellschaften.

Als er seine Bürotür öffnet, klingelt schon das Telefon – Gäste wollen reservieren. Auf dem Schreibtisch liegen viele Zettel und Ordner, um die Brüne sich abends noch kümmern muss. Die Büroarbeit werde immer aufwendiger: Das elektronische Kassensystem braucht etwas Nacharbeit, vor allem muss er Arbeitszeiten und Einhaltung des Mindestlohns nachweisen: „Mit dem Mindestlohn oder gar weniger bekäme ich dabei überhaupt keine Mitarbeiter“, sagt er. Das Geschäft laufe derweil gut, in drei Jahren habe er die Bedürfnisse seiner Kunden kennengelernt: „Am Anfang wussten wir es nicht: Gibt es viel am Mittag? Viel am Abend? All das haben wir erst im Betrieb gelernt“, berichtet Arndt Brüne.

Die Karte sei kürzer geworden, aber spezifischer: Schnitzel und Currywurst müssten sein, aber mit Wild aus den umliegenden Wäldern und Upländer Produkten wolle er besonderes bieten. „Der Wirt wächst an seinen Aufgaben“, sagt er und kehrt zu seinen Gästen zurück.

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