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Skigebiet Willingen rechnet wegen Energiekrise mit schwierigem Winter

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Von: Stefanie Rösner

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Im Skigebiet Willingen laufen die Planungen, wie angesichts der drohenden Energiekrise im Winter Energie eingespart werden kann. Die bis zu 1500 Meter langen Seilbahnen am Ettelsberg brauchen viel Energie.
Im Skigebiet Willingen laufen die Planungen, wie angesichts der drohenden Energiekrise im Winter Energie eingespart werden kann. Die bis zu 1500 Meter langen Seilbahnen am Ettelsberg brauchen viel Energie. © Foto: David Inderlied/dpa

Schon jetzt bereiten sich die Skiliftbetreiber in Willingen auf die Wintersportsaison vor. Angesichts der drohenden Energiekrise soll Energie eingespart werden.

Willingen – „Das wird ein wirtschaftlich schwieriger Winter“, sagte Jörg Wilke, Sprecher des größten hessischen Skigebiets in Willingen. „Wir müssen sparen und noch effizienter werden.“

Die größten Energiefresser seien die bis zu 1500 Meter langen Seilbahnen. „Sie sind hinsichtlich effizienter Energienutzung und -einsparung schon gut aufgestellt“, sagte Wilke. Dennoch sieht er Einsparpotenziel, vor allem bei der Geschwindigkeit der Lifte. Die werde in diesem Winter gedrosselt.

Liftbetreiber stellen sich auf höhere Kosten ein

Die Liftbetreiber rechnen mit weiteren Kostensteigerungen für Strom, Heizöl, Diesel und Co. sowie für das Personal.

Geplant ist, die Preise für die Tickets zu erhöhen. „Wir werden die Preise anheben, aber sicherlich nicht so, wie es notwendig wäre“, sagte Wilke. Die Tageskarte etwa werde für Erwachsene um 5,2 Prozent und somit um zwei Euro angehoben, für Kinder um 4,3 Prozent beziehungsweise einen Euro. „Das deckt die Kostensteigerung nicht, aber wir haben versucht, den Spagat hinzubekommen, dass Skifahren noch eine bezahlbare Freizeitaktivität bleibt.“

Die aktuelle Lage bringt den Tourismusort Willingen vor neue Herausforderungen – nach dem vergangenen Winter mit durchwachsenem Wetter und viel künstlicher Beschneiung sowie dem Corona-Winter 2020/21 mit heftigen Einschränkungen.

Gewinner und Verlierer zugleich

„Ich denke, wir können Gewinner und Verlierer zugleich sein“, sagt Norbert Lopatta als Tourismusmanager der Gemeinde Willingen. Steigende Preise könnten Menschen einerseits davon abhalten, Urlaub zu machen, andererseits könnten sich aber wieder mehr Menschen für einen Trip ins Upland entscheiden, anstatt in die Ferne zu reisen, meint er. Die Gemeinde versuche bereits, Energie einzusparen, etwa im Freibad Usseln, wo die Temperatur um zwei Grad gedrosselt worden sei.

Auch auf der Wasserkuppe in der Rhön beispielsweise sowie in Skigebieten in der Schweiz und Österreich rechnen die Betreiber der Lifte und Bergbahnen damit, ihren Betrieb im kommenden Winter einschränken zu müssen. (dpa/srs)

Die Bilanz der Skisaison 2021/22 war aus der Sicht der Liftbetreiber in Ordnung.

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